Günter Langenbergs Lyrikscheune


Die Venus namens Aphrodite
6. September 2017, 17:40
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Er fand sie gleich hinter dem Silo.
Dort lag sie, die Venus von Milo.
Doch er sah in ihr Aphrodite,
ein Stück aus der Glanzrequisite
des Gyros-Theaters am Rhein.
Er sah sie und sprach: Du bist mein!

Die Venus von Milo war oben
herum völlig nackt, was zu loben
er gerne bereit war. Erfreut
verbrachte er sie nach Bayreuth,
wo er eine Villa bewohnte,
die keinen Besucher verschonte.

Verschont wurde niemand vor Kunst
und niemand vor Kitsch. Seine Gunst
genossen fortan die Bestauner
der Venus von Milo. Ein Gauner
versuchte, sie madig zu machen,
und hatte dann gar nichts zu lachen.

War er mit der Venus alleine,
umfing er galant ihre Beine,
liebkoste ihr rundes Gesäß
und seufzte: In medias res,
kann ich wohl bei dir, Aphrodite,
nicht gehn. Kein Problem, ich bin Brite!

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