Günter Langenbergs Lyrikscheune


Bello
28. Februar 2004, 20:30
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Gerüstet für den Fall der Fälle
saust Nachbars Bello mit Gebelle
zur Haustür, denn dort stehe ich
brav draußen vor. Er sieht mich nich‘,
doch riecht er mich, der fiese Hund,
und knurrt und kratzt die Haustür wund.

Ich rufe: „Bello, halt die Fresse!
Ich bin hier keine Belladresse.
Hol Herrchen her! – Schaff jemand ran,
der mir die Haustür öffnen kann!“
Ich klingle und ich klopfe rum
und Nachbars Bello bellt wie dumm.

Dann ist er still. Ich denke jetzt
macht einer auf zu guter Letzt.
Statt dessen kommt der Hund von hinten.
Wer rechnet schon mit solchen Finten?
Er beißt mir tief ins Wadenbein.
Ich tret‘ ihm in die Klöten rein.

Und wär‘ der Nachbar nicht gekommen
und hätt‘ den Köter weggenommen,
ich glaub‘, mich hätte nichts gezügelt.
Ich hätt‘ ihn fürchterlich verprügelt,
den hinterfotzigen Banditen.
Der Nachbar liest ihm die Leviten.

Er meint, es tue ihm zwar Leid,
doch sei sein Bello scharf zurzeit.
Ich sage ihm, was ich so denke
von ihm und Bello, und dann lenke
ich humpelnd meinen Schritt nach Haus.
Und das Gedicht ist deshalb aus.

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