Günter Langenbergs Lyrikscheune


Tackerspuren
8. Februar 2009, 14:47
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Dem Esel, diesem grauen Macker,
passierte es an einem Maitag
(es war der 13. und Freitag),
dass er sich setzte auf ‘nen Tacker.

Das Werkzeug fühlte sich gepresst
und reagierte heftig gleich.
Es tackerte im Pobereich
des Esels dessen Schwanz ganz fest.

Vom Schmerz getrieben sprang er auf.
Er konnte seinen Schwanz nicht heben.
Ein schwerer Nachteil – zugegeben.
Der Schreck zwang ihn zum Dauerlauf.

Da lief er hin, der Esel. Aber
es konnte ihm geholfen werden.
Zum Glück gibt’s Tierärzte auf Erden!
Der Vet’rinär – ein Homo faber –

zog ihm die Tackerklammer nach
Betäubung aller Eingriffsorte
gekonnt und ohne große Worte
heraus. – Befreit vom Ungemach,

jedoch mit einem Wundverband
versehen, sprach der Esel laut:
„Wohl dem, der immer erstmal schaut!
Gefahr birgt jeder Gegenstand.“

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