Günter Langenbergs Lyrikscheune


Das Ding
21. Februar 2009, 12:38
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Das Ding, das heut‘ vom Himmel fiel
und feurig auf die Erde krachte,
gleicht einem Kürbis im Profil,
der Riesenfrucht, die ich verachte.

Da liegt das Ding und qualmt noch leicht.
Ein außerirdisches Objekt
hat unsre schöne Welt erreicht.
Es wirkt bedrohlich und suspekt.

Ich trete an das Ding heran
und kicke auch mal leicht dagegen.
Soweit ich es erkennen kann,
lässt sich das Monstrum nicht bewegen.

Das Ding erscheint mir ominös –
im wahrsten Sinne unheilvoll.
Ist es des Teufels? – Also bös?
Beweist es Gottes heil’gen Groll?

Wie ich so um das Ding rum lauf,
von allen Seiten es betrachte,
bricht plötzlich seine Schale auf
und ich sag mir: „Na, jetzt mal sachte!“

Ein Wesen aus der Schale schaut.
Ich bin gewiss: Das Wesen lächelt.
Auch glaub ich, dass es Gummi kaut,
wobei es Atemluft sich fächelt.

Ich hab das Wesen schon gesehen.
Vor vielen Jahren war’s – im Kino.
Fast will’s mir den Verstand verdrehen
und „Schei … be!“ ruf ich – con sordino.

Was sich da aus der Schale quält,
ist niemand anders als E.T.
Schon damals war er auserwählt
für Hollywood und Szenerie.

Er grinst mich an, sagt freundlich: „Hi!“
Ich finde, er ist richtig keck.
Er spricht zu mir – und kaut dabei:
„My friend, good morning! – I am back!“

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