Günter Langenbergs Lyrikscheune


Wellenlänge und Chemie
14. Mai 1999, 23:31
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Wenn Menschen, die sich nie gesehen,
sich auf den ersten Blick verstehen,
auf Anhieb sich sympathisch finden
und miteinander gern verbinden,
bedeutet dies – wenn man’s so nimmt –
dass ihre Wellenlänge stimmt.

Und umgekehrt passiert es eben,
da läuft die Welle gleich daneben.
Man trifft sich, unterhält sich auch,
und wertet sich wie Schall und Rauch.
Begegnungen man gern vergisst,
wenn man sich nicht sympathisch ist.

Die einen spürbar harmonieren.
Die anderen sich ignorieren,
weil sie sich nichts zu sagen haben
und sich nur aneinander schaben.
Die einen woll’n sich ständig sehen,
die andern aus dem Weg sich gehen.

Nach einer simplen Theorie
ist es bedingt durch die Chemie,
die zwischenmenschlich sich ergibt,
ob man sich meidet oder liebt.
Stimmt die Chemie, ist alles fein.
Und stimmt sie nicht, lässt man sich sein.

Wenn man die Wellenlänge trimmt,
sich die Chemie zu Herzen nimmt,
so sollte es auch möglich sein,
dass zwei sich aneinander freu’n,
die sich zunächst gar nicht verstanden,
als sie in einem Boot sich fanden.

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