Günter Langenbergs Lyrikscheune


Drei Bäume
17. Januar 2009, 23:54
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Drei Bäume wuchsen auf der Insel
und standen dort herum.
Sie sahen aus wie große Pinsel,
ein bisschen schief und krumm.

Die Insel war verschwindend klein
und einfach zu erkunden.
Man konnte sie auf einem Bein
auch hüpfend ganz umrunden.

An einem dunklen Tag geschah’s,
dass hoch das Wasser schwoll.
Und so versank das Büschelgras
und alles jammervoll.

Nur die drei Bäume ragten stolz
zum Teil noch aus der Flut.
Doch bald ergriff das ganze Holz
sie sich mit blanker Wut.

Ein Untergang, wie man ihn nur
aus bösen Märchen kennt.
Und deshalb fordert die Kultur
hier einen Schlussakzent.

Am nächsten Tag verlor die Flut
bereits Zerstörungskraft.
Das Wasser sank, und wohlgemut
sei drum die Leserschaft!

Die Insel tauchte wieder auf
und vorher schon die Bäume.
Sie waren erst nicht so gut drauf
durch Unterwasserträume.

Drei Bäume standen auf der Insel,
ein bisschen schief und krumm.
Der Wind liebkoste ihre Pinsel
vor kleinem Publikum.

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