Günter Langenbergs Lyrikscheune


Auerhuhn und Auerhahn
8. Mai 1999, 00:20
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Auerhuhn und Auerhahn
fuhren mal zusammen Kahn.
Auerhahn mit voller Kraft
ruderte und war geschafft.

Mitten auf dem großen Teich
wurden ihm die Knochen weich.
„Weichei!“, schalt das Auerhuhn.
„Hier ist nicht der Ort zu ruhn!“

Auerhahn sprach: „Dummes Luder!
Übernimm du mal die Ruder!
Schließlich bist du gleichberechtigt,
drum zum Rudern auch ermächtigt.“

„Denk nicht dran!“, rief Auerhuhn.
„Hab was Wichtig’res zu tun!
Ich halt uns hier die Balance,
unsre Überlebenschance.“

„Red nicht Unsinn, blöde Liese!
Rudern ist hier die Devise!“,
grollte jetzt der Auerhahn,
ließ vor Wut die Ruder fahrn.

Beim Versuch, sie aufzufischen,
sah die Ruder er entwischen.
Durch ein Ungeschick vom Hahn
kenterte der kleine Kahn.

Ruder weg und Kahn gesunken.
Wem hätt‘ dies nicht arg gestunken?
Gleichberechtigt Huhn und Hahn
zogen schwimmend ihre Bahn.

Als sie dann am Ufer lagen,
konnten sie sich gut vertragen.
Auerhahn versprach dem Huhn,
so was nicht noch mal zu tun.

Auerhuhn gar musste schwören,
stets auf Auerhahn zu hören.
Die Moral von der Geschicht:
Reiz den Hahn beim Rudern nicht!

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