Günter Langenbergs Lyrikscheune


Tierisches in Afrika
29. August 2017, 08:00
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Die Zebraffe ist ein Tier,
das es wirklich geben soll.
Vorgestellt hat sie sich mir
nicht bisher. Doch hoffnungsvoll,
dass das noch geschehen wird,
bin ich ziemlich. Die Zebraffe
gibt’s. Das glaub ich unbeirrt.
Zebra ist sie und Giraffe.

Auf nach Afrika! Die Steppe
ruft. Ich lieg dort auf der Lauer.
Tiere überall. Ich steppe
durch die Steppe und auf Dauer
langweilt mich das Lauerliegen.
Zwar seh ich Giraffen und
viele Zebras, noch mehr Fliegen,
doch Zebraffen sind der Grund

für mein Abenteuer hier.
Nicht ein einziges Zebräffchen
kommt vorbei und zeigt sich mir.
Nicht ein einziges Zebräffchen
krieg ich vor die Kamera.
Also bin ich frustig und
reise ab. Tschüss Afrika!
Ist wohl die Zebraffe bunt?

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Cool
27. August 2017, 13:15
Filed under: Welt | Schlagwörter:

Ganz nah bei meinem Schreibtisch steht
mein kleiner Kühlschrank. Wenn er knackt,
läuft seine Kühlung. Manchmal geht
das gut mit mir, mal ist’s vertrackt.

Dann stört mich das Geräusch. Es nervt.
Mein Cool Cube mit dem ACϟDC-
Design ist trotzdem fett. Er schärft
die Sinne, sagt mir: Life is easy!

Mein kleiner Kühlschrank knackt ja nicht
ganz ohne Grund, denn er kühlt brav
mein Flaschenbier, hält immer dicht
und knackt auch weiter, wenn ich schlaf.



Wahre Größe
18. August 2017, 08:10
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Steh auf viel zu großen Füßen.
Galt in Kindertagen schon
als Rabattentreter. Schuhe
gibt’s im Laden nicht für mich.

Den Vergleich mit Geigenkästen,
Weserkähnen und so weiter
hab ich oft gehört. Quadrat-
latschen standen zur Debatte.

Meine Fußabdrücke wurden
schon als die von einem Dino-
saurier betrachtet. Krass!
Wär da fast berühmt geworden.

Geh auf viel zu großen Mauken.
Riesenquanten nennt man meine
Füße auch. Mein Vorteil ist:
Bin zu Fuß ruck, zuck woanders.



Ihr letzter Stich
15. August 2017, 08:15
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Diese Mücke hatte
ihren Tod erwartet.
Nicht auf der Krawatte.
Das wär wohl entartet.

Aber auf der Haut.
Dort stach sie hinein,
war mit Blut vertraut
und mit meinem Bein.

Diese Mücke musste
auf der Stelle sterben.
Wetten, dass sie’s wusste?
Ich war ihr Verderben.

Ja, die Mücke hatte
ihren letzten Stich.
Als ich auf der Matte
lag, da stach sie mich.

Und ich reagierte.
Schuldig war ihr Blick.
Weil ich sie touchierte,
brach ihr das Genick.

Diese Mücke hatte
ihren Tod verdient.
Rächt sie jetzt ihr Gatte?
Wartet er und grient?



Gar nicht schwyrik
14. August 2017, 17:00
Filed under: Welt | Schlagwörter:

Mein Kreis ist ein Quadrat
von schönster Rundlichkeit.
Die Wahrheit ist, dass jeder
sich seine eig’ne strickt.
Und da weht wohl der Hase
heut her. Kein Bier vor vier!
Der Klügere kippt nach.
Am Ende muss mal Schluss sein.
Der Steg ist unser Ziel,
doch über manche Brücke
ist’s weiter als zu Fuß.
Nicht jeder, der sich reinhängt,
mutiert sofort zum Teestrumpf.
Zusammen ist man immer
viel weniger allein.
Wobei: Das Schönste am
Gedächtnis sind die Lücken.
Du fasst mir an den Kopf
und greifst direkt ins Leere.
Auch blinde Hühner finden
ganz sicher ihren Schlachthof.
Ich schreibe, also leb ich.
Und Lyrik ist nicht schwyrik:
Spendiers’ du ihr drei Pils,
dann macht sie, was du wills’.
Vom Umme-Ecke-Denken
tut sich das Hirn verrenken.
Die Poesie ist ja
fast nichts, doch das total.
Drum soll man seine Kerze
nicht untern Eimer stellen.



Der Komet
11. August 2017, 18:30
Filed under: Welt | Schlagwörter:

Es zieht ein Komet an der Erde vorbei.
Ich seh ihn ganz deutlich am nächtlichen Himmel.
Er strahlt sehr schön hell. Ohne Fantasterei:
Er glüht, und er hat einen gleißenden Pimmel,
den Schweif, wie die Fachwelt ihn zutreffend nennt.
Ich glaub, ich erleb einen großen Moment.

Es wird ein Komet oft auch Schweifstern genannt,
was jedenfalls besser als Pimmelstern klingt.
Kometen sind Asteroiden verwandt,
was mich jetzt rein faktisch nicht wirklich beschwingt.
Das Größte ist eben: Ich hab ihn gesehn
und darf ihn als Zeichen der Götter verstehn.



Böse Kühe
10. August 2017, 16:15
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Tiroler sind lustig, doch nicht ihre Kühe.
Das Almvieh ist böse. Vergebens die Mühe
des Bergtouris, friedvoll und nett sich zu geben.
Die Kuh senkt die Hörner. Er rennt um sein Leben.

Er kommt forsch gewandert und steigt übers Gatter.
Kein Zaun ist für Touris zu hoch. Ja, was hat er
nicht alles schon über das Almvieh gelesen!
Es läuten die Glocken der graulichen Wesen.

Er nähert sich freundlich der nächstbesten Kuh
und ruft gleich ein Muh zur Begrüßung ihr zu.
Das kann sie nicht leiden. Der Spaß geht daneben.
Die Kuh senkt die Hörner. Er rennt um sein Leben.

Erst recht, wenn die Almkühe Kälber versorgen,
ist Vorsicht geboten. Spaziergang am Morgen
mit Hund von der Leine. Gedöns und Gebell.
Für Kühe und Kälber nicht spirituell.

Der Bergtouri wagt sich samt Hund auf die Weide.
Die Leitkuh schaut wütend und schnaubend auf beide.
Der Touri grinst dümmlich und möchte entschweben.
Die Kuh senkt die Hörner. Er rennt um sein Leben.

Tiroler sind lustig, doch nicht ihre Kühe.
Das Almvieh ist böse. Vergebens die Mühe
des Bergtouris, friedvoll und nett sich zu zeigen.
Mein Rat ist: Halt Abstand! Sonst wirst du’s vergeigen.