Günter Langenbergs Lyrikscheune


Robert Gernhardt (1937-2006)

RG-Brief1

Lyrik ja, aber Gernhardt

Ein Gedicht für Robert Gernhardt

Lyrik hat was, bringt oft was
rüber – so von Mensch zu Mensch.
Kommen Reime schön zupass
(bis auf einen Reim auf Mensch),
freut’s den Dichter wie den Leser
ob des Spaßes daran sehr.
Auf die Lyrik! Hebt die Gläser!
Niemand bleibt gedankenleer,
wenn er sitzt und lauscht Gedichten
oder selber Verse liest,
Verse, die sich an ihn richten,
denen er sich nicht verschließt.

Lyrik gibt’s in großer Breite
und für alle Lebensfragen.
Auf dass sie uns eng begleite,
um uns guten Rat zu sagen!
Wer Gedichte obergern hat,
die humorvoll sind und spitz,
liebt besonders Robert Gernhardt,
diesen Dichter mit viel Witz.
Gernhardt ist der Wilhelm Busch
unsrer Gegenwart und Zeit.
Die Kritik wagt nicht, ihm Kusch
zu gebieten himmelweit.

Robert Gernhardt, den man gern hat,
wie er ist und wie er dichtet,
ist in seiner Haltung gern hart:
Niemandem ist er verpflichtet
dafür, was er wie kreiert,
mit Talent und Künstlerhand
malend, zeichnend provokant,
frech und witzig illustriert,
dafür, was er spricht und schreibt,
was er uns mit Dichterworten
so begabt ins Ego reibt.
Robert Gernhardt allerorten!

Robert Gernhardt ist eines meiner großen Vorbilder. Dieser hervorragende deutsche Dichter, Schriftsteller und Zeichner ist viel zu früh verstorben. Er wusste bereits 2002 von seiner Krebserkrankung. Das von mir am 07.09.2002 in Kairo zu seinen Ehren verfasste und ihm übermittelte Gedicht „Lyrik ja, aber Gernhardt“ hat ihn gewärmt und erfreut. Es war ihm eine Aufmunterung, wie er mir am 07.01.2003 in einem sehr nett verfassten Dankesbrief (hier abgebildet) schrieb. Möge dieses Gedicht nunmehr der Erinnerung an einen wirklich bedeutenden Dichter dienen!

RG-Brief2



Advertisements







%d Bloggern gefällt das: