Günter Langenbergs Lyrikscheune


Tierisches in Afrika
29. August 2017, 08:00
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Die Zebraffe ist ein Tier,
das es wirklich geben soll.
Vorgestellt hat sie sich mir
nicht bisher. Doch hoffnungsvoll,
dass das noch geschehen wird,
bin ich ziemlich. Die Zebraffe
gibt’s. Das glaub ich unbeirrt.
Zebra ist sie und Giraffe.

Auf nach Afrika! Die Steppe
ruft. Ich lieg dort auf der Lauer.
Tiere überall. Ich steppe
durch die Steppe und auf Dauer
langweilt mich das Lauerliegen.
Zwar seh ich Giraffen und
viele Zebras, noch mehr Fliegen,
doch Zebraffen sind der Grund

für mein Abenteuer hier.
Nicht ein einziges Zebräffchen
kommt vorbei und zeigt sich mir.
Nicht ein einziges Zebräffchen
krieg ich vor die Kamera.
Also bin ich frustig und
reise ab. Tschüss Afrika!
Ist wohl die Zebraffe bunt?

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Ihr letzter Stich
15. August 2017, 08:15
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Diese Mücke hatte
ihren Tod erwartet.
Nicht auf der Krawatte.
Das wär wohl entartet.

Aber auf der Haut.
Dort stach sie hinein,
war mit Blut vertraut
und mit meinem Bein.

Diese Mücke musste
auf der Stelle sterben.
Wetten, dass sie’s wusste?
Ich war ihr Verderben.

Ja, die Mücke hatte
ihren letzten Stich.
Als ich auf der Matte
lag, da stach sie mich.

Und ich reagierte.
Schuldig war ihr Blick.
Weil ich sie touchierte,
brach ihr das Genick.

Diese Mücke hatte
ihren Tod verdient.
Rächt sie jetzt ihr Gatte?
Wartet er und grient?



Böse Kühe
10. August 2017, 16:15
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Tiroler sind lustig, doch nicht ihre Kühe.
Das Almvieh ist böse. Vergebens die Mühe
des Bergtouris, friedvoll und nett sich zu geben.
Die Kuh senkt die Hörner. Er rennt um sein Leben.

Er kommt forsch gewandert und steigt übers Gatter.
Kein Zaun ist für Touris zu hoch. Ja, was hat er
nicht alles schon über das Almvieh gelesen!
Es läuten die Glocken der graulichen Wesen.

Er nähert sich freundlich der nächstbesten Kuh
und ruft gleich ein Muh zur Begrüßung ihr zu.
Das kann sie nicht leiden. Der Spaß geht daneben.
Die Kuh senkt die Hörner. Er rennt um sein Leben.

Erst recht, wenn die Almkühe Kälber versorgen,
ist Vorsicht geboten. Spaziergang am Morgen
mit Hund von der Leine. Gedöns und Gebell.
Für Kühe und Kälber nicht spirituell.

Der Bergtouri wagt sich samt Hund auf die Weide.
Die Leitkuh schaut wütend und schnaubend auf beide.
Der Touri grinst dümmlich und möchte entschweben.
Die Kuh senkt die Hörner. Er rennt um sein Leben.

Tiroler sind lustig, doch nicht ihre Kühe.
Das Almvieh ist böse. Vergebens die Mühe
des Bergtouris, friedvoll und nett sich zu zeigen.
Mein Rat ist: Halt Abstand! Sonst wirst du’s vergeigen.



Der Umzug der Mäuse
28. Juli 2017, 11:00
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Drei Mäuse ziehen um.
Sie sind im Karneval,
und niemand fragt warum.
Es herrscht die Femme fatale.

Die Femme fatale-Maus sitzt
auf einer gold’nen Kugel.
Ihr Sternkostümchen blitzt.
Man schenkt ihr viel Gejubel.

Der eine Mäuserich
zieht angespannt die Kugel.
Er schwitzt absonderlich
bei diesem ganzen Trubel.

Der andre Mäuserich
schiebt nur zum Schein die Kugel.
Er gibt sich volkstümlich
und sagt, er sei ein Double.

Drei Mäuse ziehen um,
als sei grad Karneval,
und alles lacht sich krumm.
Triumpf der Femme fatale.



Starker Bär
27. Juli 2017, 09:00
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Der Bernhard sitzt im Baum
und schaut mir in die Fenster.
Er glaubt wohl, er sei kaum
zu sehen. Selbst Gespenster
würd ich im Baum erkennen.
Und das bei Dunkelheit.
Will Bernhard da jetzt pennen?
Das geht mir echt zu weit.

Ich hol mir einen Strahler
und meinen Wasserschlauch.
Dann spiel ich ganz laut Mahler.
Das ist bei mir so Brauch.
Ich mach ein Fenster auf
und tu, als wenn nichts wär.
Was kommt, nehm ich in Kauf.
Da sitzt der starke Bär,

der Bernhard, im Geäst.
Ich denk, der ist nicht lang
dort licht- und wasserfest.
Ich geh direktemang
zum Anschlag über und
strahl ihm mit 1000 Watt
auf seinen Vordergrund.
Das überrascht ihn glatt.

Als Nächstes kommt der Schlauch
zum Einsatz. Wasser marsch!
Und Bernhards Bärenbauch
sowie sein breiter Arsch
sind binnen kurzer Zeit
ganz ungemütlich nass.
Er schnaubt und brummt und schreit.
Der Bär kriegt einen Hass.

Er klettert widerwillig
vom Baum herunter und
bekundet mir, wie billig
und geistig ungesund
er mein Theater findet.
Er zeigt mir noch die Krallen,
bevor er stracks verschwindet.
So kann er mir gefallen.



Guter Hoffnung
2. Juli 2017, 19:00
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Im Schwarzwald gibt es gute Hoffnung
für unsren deutschen Auerhahn.
Wir schaffen für ihn lichte Flächen
und reduzieren Wildschweinwahn.

Kaum eine Lichtung gab es mehr
im Schwarzwald für den Auerhahn.
Das hat sein Volk extrem behindert.
Die Fortpflanzung kam aus der Bahn.

Die Wildsau störte vehement
des deutschen Auerhahnes Ruhe.
Sie landet deshalb jetzt verstärkt
im Schwarzwald in der Tiefkühltruhe.

Und deshalb gibt es gute Hoffnung
im Schwarzwald für den Auerhahn,
den derart deutschen Hühnervogel,
dem wir sind herzlich zugetan.



Der Zünsler
19. Juni 2017, 16:30
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Hört erstmals man den Namen Zünsler,
denkt man vielleicht, von einem Küns’ler
sei wohl die Rede, einem King
der Szene. Doch ein Schmetterling
trägt einzig diesen Namen, der
manch einem klingt wie Luzifer.

Der Buchsbaumzünsler stirbt als Falter
bereits in einem jungen Alter.
Davor lebt er als Raupe aber
verhältnismäßig lang. Makaber
ist hierbei, dass der Nimmersatt
als Futter nur den Buchsbaum hat.

Der Zünsler frisst ihm ganz geschwinde
die Blätter weg und auch die Rinde,
sodass der Buchsbaum bald vergeht
und dann verdorrt im Garten steht.
Der Zünsler ist des Buchsbaums Tod.
Seh ich den Zünsler, seh ich rot.

Mein Buchsbaum muss gerettet werden.
Es gilt, den Zünsler zu gefährden,
den Kampf ihm giftig anzusagen.
Dem Schädling geht es an den Kragen.
Ich spritz das Mittel Raupenfrei
und denk nur Gutes mir dabei.