Günter Langenbergs Lyrikscheune


Nette Werbung
22. Juli 2017, 21:45
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Königstein im Taunus.
Königstein, die Altstadt.
Königstein, die Burg.

Restaurant der Wahl:
das Lucullus. Logo:
Fine Italian Dining.

Wein: Santa Christina,
Antipasto: Tonno,
Primo: Taglioni.

Als Dessert nicht Dolce,
sondern Amaretto.
Nacht im Königshof.

Wunderbare Träume.
Morgens wasserreiche
Dusche, gutes Frühstück.

Königstein im Taunus:
eine wahre Perle.
Selbst für den Gourmet.

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Die Bahn
27. Juni 2017, 13:15
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Da fährt die Bahn zum Schlossberg rauf.
Ich seh sie durch das Grün der Bäume,
durchs Fenster wie durch Sommerträume –
dank meiner Brille. Fährt hinauf

die Bahn, kommt bald sie wieder runter.
Ich weiß aus eigenem Erleben,
dass das so ist, denn frei entschweben
kann sie ja nicht. Auch nicht kopfunter.

Zwei-, dreimal bin ich mit der Bahn
zum Schlossberg hochgefahren schon.
Belohnung für die Exkursion
war stets ein kühles Bier. Spontan

entschließe ich mich, jetzt erneut
die Schlossbergbahn mir anzutun.
Der Trip sei Fun auch als Cartoon
gezeichnet, sagt mein Therapeut.



Der Mai
2. Mai 2014, 16:00
Filed under: Reisen | Schlagwörter:

Der Mai ist gekommen. Er stellt sich kurz vor.
Dass Karl Mai sein Name sei, dringt an mein Ohr.
Er kam nicht zu Pferde, vielmehr mit der Bahn,
riecht gar nicht nach Wildnis und wirkt recht profan.
Old Shatterhand würde ich ihn wohl nicht nennen
und Kara Ben Nemsi in ihm nicht erkennen.

Da ich aber auch nicht der Winnetou bin,
sind solche Gedanken total ohne Sinn.
Jetzt outet er sich und erklärt, dass sein Mai
kein Ypsilon habe. Man schreibe das „ai“
so wie man den Wonnemond Mai buchstabiere.
Ich sehe den Punkt, wo ich mich absentiere …



Reif für die Erbse
8. April 2014, 20:15
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Urlaub auf den Erbsen-
inseln wünsch ich mir.
Eine nur von dreien
schau ich an mit dir.
Und die Ostsee spricht:
Dänen lügen nicht.

Nur rund 100 Menschen
auf den Erbsen leben.
Viele tausend Vögel
dort nach Brutglück streben,
wo die Ostsee spricht:
Dänen lügen nicht.

Auf den Erbsen gibt es
weder Hund noch Katz‘
und auch keine Autos.
Gut ist das, mein Schatz!
Und die Ostsee spricht:
Dänen lügen nicht.

Einen Gasthof finden
wir auf unsrer Insel,
der „Zur Erbse“ heißt.
Und es malt der Pinsel,
was die Ostsee spricht:
Dänen lügen nicht.

Urlaub auf der Erbse.
Ja, das machen wir.
Helles Licht vom Leuchtturm
zeigt mich dir als Tier …
Und die Ostsee spricht:
Dänen lügen … manchmal.



Reisepläne
2. November 2013, 12:40
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Wenn das Zentrum längst nicht mehr
in der Mitte liegt und der
Mond im Meer versunken ist,
der Berliner Dom im Mist
dieses Flusses steht, der Spree
heißt und öd‘ verlandete,
Deutschland die Sahara grüßt,
während du im Knast schwer büßt
(JVA in Moabit)
für den ganzen Umwelt-Shit,
den du mitverursacht hast,
wenn’s so ist und wenn’s auch passt,
flieg‘ ich zu dem andren Stern.
Sicher hat man mich dort gern.
Meine Felle schwimmen weg,
fielen grad‘ vom Achterdeck
eines Haveldampfers, den
ich bestieg. Sehr telegen!



Meuterei vor der Kneipe
18. August 2013, 18:20
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Der Pharao bestieg den Esel
und ritt auf ihm von Emmerich
am schönen Rhein entlang nach Wesel.
Das ging dem Esel grundsätzlich
– und durch des Pharaos Genäsel
auch gänzlich – gegen seinen Strich.

In Wesel angekommen, band
der Pharao sein Reittier an,
worauf er in ’ner Bar verschwand.
Dort stand „Zum wilden Esel“ dran.
Der Esel fand’s nicht amüsant
und rief ihm hinterher: „Tyrann!“

Nach Stunden blöder Warterei,
die nicht nur Eseln lang erscheinen,
ließ sich der Pharao herbei,
den Esel endlich abzuleinen.
Dem Graurock war’s nach Meuterei.
Drum gab dem Pharao er einen

gezielten Tritt ins „Reich der Mitte“.
Der königliche Reitersmann
sich bog vor Schmerz. Von einem Ritte
war keine Rede mehr, woran
der Esel knüpfte, denn nach Sitte
der Räuber floh er in den Tann.

Drei Dinge sind noch zu belegen:
Zum Ersten: Was der Esel tat,
war keine Meuterei, hingegen
ein Racheakt. Zum Zweiten trat
der Pharao auf krummen Wegen
den Heimweg an. Sein Advokat

verklagte späterhin den Esel.
Und drittens wagte dieser sich
zurück zum Tatort nicht in Wesel
und auch nicht mehr nach Emmerich.
Vielmehr entkam der kluge Esel
nach Holland – immer gastfreundlich.



Die Verwerfung von Plan B
9. Mai 2013, 17:04
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Flieg im Flugzeug lang und weit
über Berglandschaft – verschneit.
Da von Osten ich nach Westen
düse, ist es wohl am besten
angesichts sibirischer
Ödnis, wenn ich lyrischer
Mensch schön brav im Flieger bleib.
Was, wenn ich zum Zeitvertreib
abspräng, in die Taiga fiel
und dort Bären das Gefühl
gäb, ich sei von ihnen einer?
Lieber nicht. Das glaubt mir keiner.