Günter Langenbergs Lyrikscheune


Es geht um die Wurst
15. Juni 2017, 21:10
Filed under: Ernährung | Schlagwörter:

Hey Fuchs, du hast die Wurst versteckt.
Jetzt sag mir, wo sie ist!
Der Frühstückstisch wird hier gedeckt,
die Wurst bereits vermisst.

Hey Fuchs, hast du die Wurst geklaut
und sie sofort gefressen?
Du hast das Frühstück mir versaut.
Ich werd’s dir nie vergessen.

Den Wurstgeschmack noch voll im Maul,
denkt sich der Fuchs das Seine.
Hey Fuchs, du fühlst dich satt und faul?
Na wart, ich mach dir Beine!

Ich häng an deinem Schwanz dich auf,
wenn du hier nicht verschwindest.
Hey Fuchs, verpiss dich! Abmarsch, lauf!
Erweck den Schein zumindest!

Der Fuchs denkt sich das Seine und
gibt schleunigst Fersengeld.
Mir fehlt die Wurst. Mein Morgenmund
ist schweigsam. Öde Welt!

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Gerolltes
15. März 2017, 19:20
Filed under: Ernährung | Schlagwörter:

Rollmops und Roulade haben
eins gemein: Sie sind gerollt.
Das muss sein. Es ist gewollt.
Beide sind ja Liebesgaben,
für den Kenner Götterküsse,
kulinarische Genüsse.

Rollmops und Roulade sind
Fisch beziehungsweise Fleisch,
also – das ist jetzt prosaisch –
als Ernährung, wie ich find,
ausgewogen und gesund.
Juchz! Ich ess mich kugelrund.



Mein Steak
5. März 2017, 10:30
Filed under: Ernährung | Schlagwörter:

Mein Steak, das hat Struktur,
hat eine Fleischblutspur
und einen Streifen Fett.
Es ist ein Kotelett,
weil’s einen Knochen hat,
und macht bestimmt gut satt.
Ich nenn es trotzdem weiter
mein Steak. Das stimmt mich heiter.
Es lässt sich saftig braten,
das Kotelett. Tomaten-
salat und Vollkornbrot
ess ich – weil schön braun-rot –
dazu und trink ein Bier
zum leck’ren Fleisch vom Tier.



Ein Pläsier
6. Februar 2016, 11:30
Filed under: Ernährung | Schlagwörter:

Gans, du hast den Fuchs gestohlen!
Gib ihn wieder raus,
diesen Pelz auf leisen Sohlen,
diesen hübschen Flaus!

Gans, wie kannst du es erklären,
dass er dich nicht fraß?
Hielt er dich für einen Bären?
Nein, das war jetzt Spaß!

Gans, die Sache mit dem Fuchs
läuft kein zweites Mal.
Komm am besten hier nun flugs
rein in meinen Kral!

Gans, ich kann dir auch versprechen,
dass recht gut geheizt ist.
Und mein Koch wird dir entsprechen,
bis du schön gebeizt bist.

Gans, du hast den Fuchs gestohlen!
Ich verzeih es dir.
Du bist mir jetzt anbefohlen.
Das ist ein Pläsier!

Gans, ich seh dich bildhaft schon
knusprig braun und ohne
Kopf und ohne Schnatterton.
Erst gibt’s Minestrone …



Fisch und Veilchen
17. Januar 2016, 08:00
Filed under: Ernährung | Schlagwörter:

Alpenveilchen auf dem Tisch,
die mit Wasser ich begieße,
und im Ofen weißer Fisch,
den gebacken ich genieße.

Alpenveilchen muss man pflegen,
etwas düngen und besprechen,
Backfisch in den Ofen legen
und beachten, denn es rächen

sich die Fische durch Verbrennen,
wenn man sie nicht observiert.
Alpenveilchen oft verkennen,
was den Alltag kompliziert.

Letztlich ist der Fisch gebacken,
angerichtet und serviert.
Und die Alpenveilchen schnacken
unter’nander leicht blasiert.

Deshalb kann ich mich in Ruhe
mit dem Fisch beschäftigen.
Gleich danach gibt’s aus der Truhe
einen Schnaps – den kräftigen.



Das Zwergtomatenfressen
28. November 2015, 08:20
Filed under: Ernährung | Schlagwörter:

Stellen wir mal unsre Uhren
nach der Fresslust der Lemuren!
Nicht an Totengeister denk ich.
Die sind mir zu unausdenklich.

Nein, ich denk an die Primaten
und serviere Zwergtomaten,
die ich selbst gezüchtet habe.
Wahrhaft köstlich diese Labe!

Um den Fressnapf steh’n im Kreise
die Lemuren, fressen leise
erst und später ziemlich laut
die Tomätchen gut zerkaut.

Von der Mahlzeit der Lemuren
bleiben Zwergtomatenspuren.
Ob sie mir wohl dankbar sind,
diese Affen? – Weiß der Wind!



Fisch und mehr
30. August 2015, 17:00
Filed under: Ernährung | Schlagwörter:

Mir fiel das Gedicht auf den Tisch.
Es landete mitten im Fisch,
doch trug’s keinen Schaden davon.
Yvonne sprach vom Endypsilon,
als ich das Gedicht auf der Platte
mit Bratfischfilets liegen hatte.

Die einzelnen Wörter verteilten
sich über den Fisch und verkeilten
sich in ihn. Dem Bratfischgericht
verband sich das Bratfischgedicht.
Yvonne meinte nach dem Verzehr:
„Der Fisch – ein Gedicht! Hast du mehr?“