Günter Langenbergs Lyrikscheune


Der Mond
10. Juli 2017, 14:00
Filed under: Welt | Schlagwörter:

Der Mond ist weggegangen.
Nicht auf-, nicht unter-, weg-.
Er wird wohl neu anfangen,
sieht darin einen Zweck.

Trabant der Erde will er
auf keinen Fall mehr sein.
Er wünscht sich’s deutlich stiller
mit wen’ger Sonnenschein,

will eh’r im Dunklen bleiben
und sich ganz leise drehen,
anstatt perfidem Treiben
auf Erden zuzusehen.

Auch würd er’s gern vermeiden,
dass Menschen auf ihm landen.
Er kann das gar nicht leiden
und wär nicht einverstanden.

Die Flaggen, die man in
die Kraterhaut ihm stieß,
sind weiß schon oder hin.
Dass man sie stehen ließ,

gilt wohl als Machtbeweis.
Man wollte Flagge zeigen,
sich brüsten mit dem Scheiß.
Ein Grund, um auszusteigen,

um wegzugehen. Weg
ist jetzt der Mond gegangen,
bestrebt, an einen Fleck
der Ruhe zu gelangen.

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