Günter Langenbergs Lyrikscheune


Keine Scheune wie jede andere
30. August 2015, 17:40
Filed under: Scheune | Schlagwörter:

Diese Scheune bietet allen,
die an Komischem Gefallen
finden, Poesie zum Grinsen
sowie Weisheit voller Binsen.

schuppen1



Fisch und mehr
30. August 2015, 17:00
Filed under: Ernährung | Schlagwörter:

Mir fiel das Gedicht auf den Tisch.
Es landete mitten im Fisch,
doch trug’s keinen Schaden davon.
Yvonne sprach vom Endypsilon,
als ich das Gedicht auf der Platte
mit Bratfischfilets liegen hatte.

Die einzelnen Wörter verteilten
sich über den Fisch und verkeilten
sich in ihn. Dem Bratfischgericht
verband sich das Bratfischgedicht.
Yvonne meinte nach dem Verzehr:
“Der Fisch – ein Gedicht! Hast du mehr?”



Menschlicher Wandel
23. August 2015, 15:40
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Die Spinne spinnt, die Katze katzt,
der Löwe löwt, die Ziege ziegt.
Der Dichter das Gedicht verpatzt,
obwohl es ihm am Herzen liegt.

Der Affe afft, die Taube taubt,
die Schlange schlangt, das Küken kükt.
Der Dichter es partout nicht glaubt,
dass er den Rest der Welt belügt.

Die Unke unkt, das Lama lamt,
die Schnecke schneckt, die Eule eult.
Der Dichter sich mit Glanz umrahmt,
doch ist sein Image längst verbeult.

Die Möwe möwt, der Drache dracht,
die Zirpe zirpt, der Hase hast.
Der Dichter wird vom Volk verlacht,
denn seine Dichtung ist verquast.

Die Meise meist, die Qualle quallt,
der Ochse ochst, die Grille grillt.
Der Dichter fühlt sich leer und alt.
Sein Lebensdurst ist bald gestillt.

Der Spanner spannt, die Raupe raupt,
die Biene bient, der Käfer käft.
Der Dichter senkt sein müdes Haupt.
Er lächelt sanft, bevor er schläft.

Der Brummer brummt, die Fliege fliegt,
die Krähe kräht und Fische fischen.
Der Dichter nicht sehr lange liegt.
Schon steht er auf, um mitzumischen.



Die Nachschöpfungsgeschichte
14. August 2015, 16:00
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Die weißen Wolken implodieren
geräuschlos. Und das Himmelsblau
füllt sich mit flugbewährten Tieren,
ermöglicht eine Vogelschau.

Die Kraniche sind einbezogen.
Sie schweigen, doch ihr Flügelschlag
verleiht dem weiten Himmelsbogen
viel Glanz an diesem Sonnentag.

Da naht mit viel Getöse Gott
und streicht mit einem breiten Quast
den Himmel schwarz. Und ziemlich flott
ist nichts als Nacht. Ein Mordskontrast!



Nutzlos im Sand
13. August 2015, 17:05
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Es stand ein Mann im Sand
an einem Badestrand
und schaute unverwandt
auf eine Werbewand,
mit der ihn nichts verband.
Ihm schien die Werbewand,
die dort am Dünenrand
im gelben Sand sich fand,
kein cooler Gegenstand
zu sein, was er anhand
des Bilds von dieser Wand
ganz zweifelsfrei empfand.

Die Füße heiß im Sand,
doch flink noch der Verstand,
hob er abrupt die Hand
in Richtung Werbewand,
die diesen öden Strand
verzierte, und befand
erstaunlich wortgewandt,
das Ganze sei ein Schmand,
was auf der Werbewand
geschrieben stehe. Tand
sei das von Menschenhand.
Dort stand: Auf Helgoland!



Nebensächliches
12. August 2015, 17:30
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Ob Zikaden zickig werden,
weiß man nicht genau.
Größte Zicke hier auf Erden
ist und bleibt die Frau.

Zickenkriege unter Frauen
sind bei uns normal.
Ob Zikaden sich das trauen,
ist an sich banal.



Neue Erkenntnisse
2. August 2015, 17:40
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Beim Bowling ist die Bowle nicht
das richtige Getränk. Doch spricht
für Rum zum Rumba einiges,
vielleicht auch Fadenscheiniges.

Der Wein hilft nicht beim Weinen, aber
er tröstet manchen Homo faber
danach. Doch tröstet den Barbier
am Abend in der Bar nur Bier.

Seit langer Zeit ist Gin schon in.
Und in bleibt er auch weiterhin,
denn wär’ nicht in er, sondern out,
hieß dieser Schnaps vermutlich Gout.

Ganz zweifelsfrei die besten Örchen
sind die in Flaschen – die Likörchen.
Und weltweit sind die schönsten Köre
die Kräuterli- und Fruchtliköre.

Ein Brand im Haus ist nur willkommen,
wenn er als Weinbrand wird genommen.
Bei Geistern gilt: Ein guter Geist
ist beispielsweis’ der Himbeergeist.

Wer Mut hat, weiß ihn zu beweisen.
Den Wermut trinkt man vor dem Speisen.
Kein Grund, sich deshalb zu verkopfen.
Das wär’ ja hier ein Wermutstropfen.




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