Günter Langenbergs Lyrikscheune


Keine Scheune wie jede andere
21. März 2015, 08:56
Filed under: Scheune | Schlagwörter:

Diese Scheune bietet allen,
die an Komischem Gefallen
finden, Poesie zum Grinsen
sowie Weisheit voller Binsen.

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Im Body Shop
21. März 2015, 08:50
Filed under: Welt | Schlagwörter:

Hätt’ gern eine neue Nase,
eine, die gut riechen kann.
Olfaktorische Ekstase
wünsch ich mir so dann und wann.

Hätt’ auch gern ‘nen neuen Finger,
einen, der was fühlen kann.
Und er sollte nicht geringer
als der Daumen sein. For fun!

Hätt’ sehr gern zwei neue Augen,
solche, die scharf blicken können,
bei Bedarf zum Werfen taugen.
Möcht’ ja andren Blicke gönnen.

Manches schwache Körperteil
säh ich auch noch gern ersetzt.
Cool ist’s und gedanklich steil,
wenn was Neues richtig fetzt.

Hier im Body Shop gibt’s Sachen
von Format zu moderaten
Preisen. Man kann alles machen.
Sehr zur Freude der Primaten!



Vom Putzen und Schlutzen
15. März 2015, 10:55
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Lutz geht an den Frühjahrsputz.
Seine Wohnung starrt vor Schmutz
wie der Stall von einer Wutz.
Schimmel ziert den Wandverputz.
Lutz trägt einen Atemschutz,
macht sich die Chemie zunutz.
Überall ist Müll, und Lutz
stöhnt: “Ich glaub, hier haust ein Butz!”
Er erblickt was, ruft: “Da stutz
ja selbst ich!” Ein Teil des Butts,
Fischroman von Grass, im Schmutz
unterm Sofa. “Frühjahrsputz
muss wohl sein! Aus Eigennutz!”,
sagt sich Lutz. “Und nachher schlutz
ich ein Weißbier und verputz
eine Haxe. Von der Wutz!”



Goethe geht gar nicht
13. März 2015, 18:00
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Ohne Nöte, sagt die Kröte,
läs sie kein Gedicht von Goethe.
Lieb sei ihr das Spiel der Flöte.
Also: Falls man ihr was böte,
Mückentanz bei Abendröte
beispielsweise, sagt die Kröte,
würde sie ‘ne quere Flöte
oder irgendeine Tröte
leidlich spielen. Aber Goethe
komme ihr schlicht nicht ins Haus …



Kopflasten
7. März 2015, 08:30
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Mein Kopf – so stelle man sich’s vor –
ist ein Vulkan. Man blickt empor
zu mir und sieht ihn rauchen, diesen
markanten Kopf. Es ist erwiesen,
dass er vulkanisch sich geriert
und seinen Krater kultiviert.

Mein Kopf verrät, das bald etwas
passieren wird, er sich en masse
mit Hilfe heißer Eruptionen
entleeren möchte. Und verschonen
will er am wenigsten wohl mich.
Was für ein Kopf! – Ich fass es nich’!

Mein Kopf raucht heftig. Als Vulkan
erfüllt er seinen Lebensplan.
Doch ich empfinde das Spektakel
als störend, werte als Debakel,
was mir geschieht, und reiße drum
den Kopf mir ab. Ich fall nicht um.

Mein Kopf ist einfach zu ersetzen.
Man sollte ihn nicht überschätzen.
Wer nun zu mir emporblickt, sieht
naturgemäß das Bindeglied,
den Hals, auf welchen als Kontrast
recht gut ein hoher Gletscher passt.



Vom Frust zur Lust
1. März 2015, 17:00
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Alles muss man selber machen!
Schlicht und einfach alle Sachen,
die ei’m täglich unterkommen.
Wahnsinn! – Völlig mitgenommen
fühlt man sich und ausgelaucht,
irgendwie total missbraucht.

Ständig gibt’s ja irgendwas,
das nicht funktioniert und das
einen krass in Atem hält,
ei’m die Alltagslust vergällt.
Sachen gehen dann entzwei,
wenn’s nicht sein soll. Sauerei!

Unkaputtbar ist hingegen
das gemeine Senfglas. Wegen
solcher Sachen wird’s oft hässlich.
Mies geht’s ei’m – ganz unermesslich.
Und man lenkt die kalte Wut
auf den Müll. Und das tut gut!

Keiner trennt den Müll wie einer,
der viel Wut im Bauch hat. Keiner
haut das Glas aufs Glas, Papier
in die Tonne, das vom Tier
in den Restmüll wie ein Frust-
bürger. – Hrrrg! – Da steigt die Lust!



Aus berufenem Maule
21. Februar 2015, 08:30
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Zu Strubbelpummel sich gesellte
am Urinal der Hengst. Er stellte
sich so, dass man den Wasserstrahl,
der sehr geräuschvoll-jovial
aus ihm herausschoss, sehen musste,
was er an sich zu schätzen wusste.

Da Strubbelpummel kürzer zog,
ergab sich dieser Dialog:
“Na, Strubbelpummel, altes Pony!
Du kenns’ mich nich’ mehr? – Ich bin Ronny.
Bei dir läuft wohl nich’ allzu viel …?!
Is’ ja arg klein auch, dein Ventil.”

“Hey Ronny! – Wow! – Ein cooler Hengst
bist du vielleicht, doch wie du denkst,
ist dumpfbackig. Es kommt drauf an,
was man im Kopf hat. Strullen kann
auch jeder Vollidiot. Allein
Intelligenz erhöht das Sein.”




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