Günter Langenbergs Lyrikscheune


Keine Scheune wie jede andere
24. Februar 2017, 04:05
Filed under: Scheune | Schlagwörter:

Diese Scheune bietet allen,
die an Komischem Gefallen
finden, Poesie zum Grinsen
sowie Weisheit voller Binsen.

schuppen1

Urheberrecht / Copyright

Die Inhalte dieser Webseite (Texte und Fotografien) sind urheberrechtlich geschützt. Sie dürfen daher nur mit Zustimmung des Rechteinhabers, Günter Langenberg, verwendet werden. Bitte fragen Sie Günter Langenberg per E-Mail (guenter_48@hotmail.com), falls Sie Inhalte dieser Webseite verwenden möchten.
Verknüpfungen zu den Texten sind gestattet und willkommen.
Wer gegen das Urheberrecht verstößt (z.B. die Inhalte unerlaubt auf die eigene Homepage kopiert), macht sich gem. § 106 ff Urhebergesetz strafbar. Er wird zudem kostenpflichtig abgemahnt und muss Schadensersatz leisten. Kopien von Inhalten können im Internet ohne großen Aufwand verfolgt werden.



Tukan von oben
24. Februar 2017, 04:00
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Was der Supervogel Tukan
mit dem Schnabel alles tun kann,
muss man so genau nicht wissen.
Vielfach geht’s um Leckerbissen,
die er mit dem Schnabel sich
zuführt. Das ist ordentlich.

Eines aber ist genial
und ein Qualitätsmerkmal
ganz besond’rer Art: Der Schnabel
sorgt beim Tukan formidabel
für den Körpertemp’ratur-
ausgleich. Wunder der Struktur!

Was der wunderbare Tukan
außerdem noch alles tun kann,
muss man absolut nicht wissen.
Klar ist: Man wird schön beschissen,
wenn man einen Baum besucht,
den der Tukan hat gebucht.



Liebesgrüße nach Irgendwo
22. Februar 2017, 05:00
Filed under: Liebe | Schlagwörter:

Am Himmel fliegt ein weißer Drache.
Ganz deutlich seh ich ihn im Blau
des Firmaments, erkenn genau
die Körperform, hör sein Gelache.
Das Letztere entspringt vielleicht
der Fantasie, die selten weicht.

Doch weiße Drachen lachen gerne.
Sie gelten als recht lebensfroh
und machen coram publico
auch manchmal Komisches. Moderne
Allüren könnte man da sagen
und dies nicht weiter hinterfragen.

Er gleitet wolkig-leicht dahin
im Himmelsblau, der weiße Drache.
Die Leichtigkeit ist seine Sache
und für den Himmel ein Gewinn.
Ich trag ihm Liebesgrüße auf,
blick lange Zeit zu ihm hinauf

und bitt ihn, meine Liebesgrüße
nach Irgendwo zu bringen, wo
sie jemand sehnsuchtsvoll und pro-
aktiv erwarten könnte. Süße
Gefühle kommen bei Gedanken,
die eng sich um die Liebe ranken.

Sie kommen angesichts des Drachen,
des wolkig-weißen, und sie bleiben
in meinem Herzen und sie treiben
mich an, etwas daraus zu machen.
Ich mach mich auf nach Irgendwo
und folg dem Drachen – einfach so.



Die Seidenkrawatte
17. Februar 2017, 17:21
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Für immer gebunden: die Seidenkrawatte.
Es stimmte ihn fröhlich, was er an ihr hatte,
weil sie seiner Meinung nach großartig war
und von ihrer Schönheit her absolut rar.
Für immer gebunden an mich, dachte er.
Und dieser Gedanke erfüllte ihn sehr.

Am Valentinstag war sie spurlos verschwunden,
die Seidenkrawatte. Und ganz unumwunden
beschuldigte er sich des Diebstahls und schlug
sich selbst ziemlich hart ins Gesicht. Er ertrug
die Schmach nicht, die er aus sich selbst heraus hatte.
Man fand ihn – erhängt mit der Seidenkrawatte.



Das alte Mofa
15. Februar 2017, 07:00
Filed under: Welt | Schlagwörter:

Unter meiner warmen Decke
lieg ich auf dem Ledersofa,
träume – wohl zu höh’rem Zwecke –
schön von einem alten Mofa.

Perspektivisch aus der Decke,
ganz aus buntem Wollgewebe,
blick ich auf die Zimmerdecke,
die ich planetar erlebe.

Venus seh ich dort verharren.
Mars bringt sich in Stellung schon,
und Merkur spielt einen Narren.
Pluto kreist um seinen Klon.

Unter meiner warmen Decke
träum ich friedlich auf dem Sofa.
Und dann wach ich auf und checke
gar nichts. Nur ein altes Mofa.

Was ich seh, lässt mich erstaunen,
quasi ungläubig verweilen
und das Wörtchen Mofa raunen.
Am Vergaser muss ich feilen …



Ein Blindgänger
18. Januar 2017, 01:00
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Der Maulwurf hat ein großes Maul,
mit dem er jede Menge Dreck
im Erdreich aufwühlt. Lebenszweck
ist das für ihn, der oberfaul

nicht sein will. Doch es trügt vielleicht
das Bild vom Maulwurf, denn er ist
fast blind, vermutlich auch Autist.
Sein Schicksal gilt nicht grad als leicht

in unsrer Menschenwelt, die cool
sich unterirdisch disponiert.
Er zeigt sich tierisch talentiert.
Ein harter Kerl, nicht somnambul,

recht frech. Und was er so an Dreck
im Freien aufwirft, im Gelände,
der Maulheld, spricht besagte Bände.
Er macht sein Ding. Ein schlichter Geck

ist er in keiner Weise, denn
er weiß, in Szene sich zu setzen.
Sein Wühlcharakter kann echt ätzen.
Doch sei es drum. Ich bin sein Fan.



Geisterhaftes
22. Dezember 2016, 09:00
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Der Geisterhai: ein blasses Wesen
der Tiefsee, bisher einmal nur
gefilmt, ein Fisch, der von Natur
aus bläulich scheint. Ich sitz am Tresen

in meiner Kneipe und sag Inge,
der Wirtin, was ich davon halte.
Sie seufzt, zeigt deutlich mir geballte
Verachtung in Bezug auf Dinge,

die maritimen Ursprungs sind,
und hat mit Geisterhaftem nichts
am Hut. Sie meint: Klar, angesichts
chimärenhafter Wesen spinnt

die Fachwelt. Sensationen werden
gesteuert heutzutage. Tiere
mit Beinen sind okay. Vampire
und Geisterhaie nicht. Auf Erden

sind Menschen wirklich schlimm genug.
Auf Geister kann man da verzichten.
Die Geisterhaie sind mitnichten
ein Zugewinn. Und jetzt sei klug,

sagt Inge, und bedenke das,
was wichtig ist in deinem Leben.
Ich kann dir ’ne Boulette geben
und zapf dir noch ’n Bier vom Fass.