Günter Langenbergs Lyrikscheune


Keine Scheune wie jede andere
4. Dezember 2016, 07:35
Filed under: Scheune | Schlagwörter:

Diese Scheune bietet allen,
die an Komischem Gefallen
finden, Poesie zum Grinsen
sowie Weisheit voller Binsen.

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Der Frosch im Hals
4. Dezember 2016, 07:30
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Ich habe einen Frosch im Hals.
Wie ist er da hineingekommen?
Erinnerung gleich null. Und falls
sie käme, wäre sie verschwommen.

Ich muss mich räuspern, heftig husten.
Der Frosch in meinem Hals sitzt fest.
Ich rufe: Bitte melden, Houston!
Es gibt hier ein Problem. Es lässt

am besten sich wie folgt beschreiben:
Ich habe einen Frosch im Hals
und weiß nicht, wie’s passiert ist. Bleiben
darf dieser Lurch dort keinesfalls.

Ich rufe: Houston, bitte melden!
Es geht um meinen Hals, verflucht!
Ich zähle mich nicht zu den Helden,
die ganze Frösche schlucken. Sucht

mal jemand eine Lösung? – Hat
mal jemand eine Schnapsidee?
Der Frosch in meinem Hals … Und Cut!,
befiehlt der Regisseur. – Kaffee

für alle!, bellt er hinterher.
Am Filmset gibt es eine Pause.
Mein Frosch sitzt mir inzwischen quer
im Hals. Ich nenne ihn Banause.



Genant
2. November 2016, 07:30
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Dem arroganten Huhn
wär etwas anzutun.
Man könnte es schlicht schlachten,
was Urmenschen schon machten.
Man könnte es auch jagen
und dann zu Grabe tragen.

Warum ich’s toleriere,
das Huhn, das arrogante?
Weil ich mich halt geniere.
Das Huhn heißt Rosinante,
hat nur noch eine Niere
und lebt bei meiner Tante.



Der pfiffige Pfifferling
8. September 2016, 16:00
Filed under: Pflanzen | Schlagwörter:

Es war einmal ein Pfifferling,
der pfiffig seines Weges ging.
Erst über Land, dann in die Stadt,
wo er Familie Nimmersatt
die ungemeine Freude machte,
dass er von ihrer Pizza lachte.
Als schlauer Pilz der Pfifferling
es schaffte, hier sein eig’nes Ding
zu machen. Seine Landung auf
der Pizza nahm er gern in Kauf,
denn meistens landen Pfifferlinge
in Saucen oder Suppen. Schwinge
zu Höherem dich auf!, war sein
Gedanke stets gewesen, klein
und kurz nicht seine Art zu enden.
Er ließ es gern dabei bewenden,
der Pfifferling, und hatte Spaß,
als Vater Nimmersatt ihn aß.



Eine kleine Dübel-Lehre
4. September 2016, 06:30
Filed under: Welt | Schlagwörter:

Hol den Dübel aus der Zwiebel!
Er gehört woanders rein.
Wie man aus der Dübel-Fibel
weiß, sind es Beton und Stein,
die geeignet sind für Dübel.

Weicher Baustoff ist von Übel
für den Dübel; beispielsweise
Leichtbaustoffe (sehr sensibel
Gipskarton). Ich sag es leise:
Zieh den Dübel aus der Zwiebel!



Hoch Horst
29. August 2016, 10:00
Filed under: Welt | Schlagwörter:

Hoch Horst zog hitzig übers Land
und schuf die höchsten Temp’raturen.
Es wurde Vollhorst auch genannt
und hinterließ Verbrennungsspuren.

Zum einen hat der Wald gebrannt
aufgrund von großer Trockenheit,
zum andren an der Waterkant
die Haut der Menschen. Welch ein Leid!

Hoch Horst erhitzte die Gemüter
in Bayern außerordentlich,
weil dort ein völlig abgebrühter
Parteifreund Horst mit Horst verglich.

Das Hoch zog ab. Ihm folgte Kitty,
ein Tief, wie es im Buche steht.
Es wurde nass und pretty shitty.
Da blieb zuhaus selbst der Poet.



Lebensverlängerndes
11. August 2016, 08:00
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Lebensverlängernd ist das,
was ihn erbaut, nämlich Spaß,
köstlicher Wein und Musik
und hin und wieder ein Kick.
Letzteren geben ihm Frauen,
die ihn besonders erbauen.