Günter Langenbergs Lyrikscheune


Keine Scheune wie jede andere
8. Dezember 2017, 08:20
Filed under: Scheune | Schlagwörter:

Diese Scheune bietet allen,
die an Komischem Gefallen
finden, Poesie zum Grinsen
sowie Weisheit voller Binsen.

schuppen1

 

Mein Lieblingswitz:

Ein Bär rennt durch den Wald. Dabei schreit er die ganze Zeit: “Kugel, Kugel, Kugel !!!“ Ein Kaninchen kommt angehoppelt und fragt ihn verwundert, warum er das tue. „Ich kann nicht anders“, erklärt der Bär. „Ich bin ein Kugel-schrei-Bär.“

(Erfinder unbekannt)

Poezia

Und hier kommt mein jüngstes Gedicht: 

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Advent für Adalbert
8. Dezember 2017, 08:10
Filed under: Liebe | Schlagwörter:

An einem Abend im Advent
stand Adalbert, der Kunststudent,
in seiner Bude vor der Leinwand
und malte Wolken, was er fein fand.

Doch wurden alle Wolken grau,
worauf des Malers Bildbeschau
ergab, dass er die Leinwand knüllte
und den Papierkorb damit füllte.

Auf einer neuen Leinwand dann
ein hübscher Kranz Gestalt gewann,
aus Tannengrün schön dicht geflochten,
die Kerzen rot mit weißen Dochten.

Und eine der vier Kerzen kriegte
ein gold’nes Flämmchen. Das besiegte
mit seinem wunderschönen Licht
des Malers graue Stimmung nicht.

Erst als die vierte Kerze brannte,
der helle Schein ihn übermannte.
Und Adalbert rief freudevoll:
„Das wird ein gutes Bild! – Jawoll!“

Er malte noch das Drumherum
mit flinkem Pinsel und Gesumm
und war begeistert von dem Werke,
erfüllt von kreativer Stärke.

„Advent“, sprach er, „Advent, Advent!
Jetzt, wo das vierte Kerzlein brennt,
geh‘ ich doch lieber mal zur Tür,
wo Christa steht, und öffne ihr.“



Der Nachbar
5. Dezember 2017, 09:45
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Recht häufig steht mein Nachbar auf
Balkonien und schaut herauf.
Vielleicht blickt er gezielt ins Leere,
vielleicht auch auf die Konifere,
die mein Balkönchen zierlich schmückt.
Ist dieser Nachbar wohl verrückt?

Vermutlich nicht. Er könnte schlicht
nur einsam sein. Ich frag mich: Spricht
da was dagegen, mit ihm in
Kontakt zu treten? Welchen Sinn
ergäb das? – Nein, ich lass es sein.
Ich bring mich besser da nicht ein.

Mein Nachbar ist – so weit ich seh –
kein Raucher. Aber ich. Ich steh
auf dem Balkönchen, um zu paffen,
denn dafür ist es wie geschaffen.
Jetzt hat er mir grad zugewinkt,
der Nachbar. Ich bin ungeschminkt

und noch im off’nen Morgenmantel.
Blickt er auf mich wie die Tarantel
auf ihre Beute? – Krass. Ich wink
zurück und zeig ihm sehr viel Pink.
Dessous in Pink, die mag er sicher.
Ich hör mein eigenes Gekicher.



Advent, Advent!
3. Dezember 2017, 17:00
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Das furchtbare Adventsgedicht

Advent, Advent!
Die Katze brennt.
Erst brennt der Schwanz,
dann brennt sie ganz.
Doch nicht „in echt“.
Das wär‘ nicht recht.

Advent



Das Credo eines Superreichen
3. Dezember 2017, 15:30
Filed under: Welt | Schlagwörter:

Vor dem Spiegel steht er.
Ihm gefällt sein Bild.
Macht – viel Macht – ist alles.
Noch mehr Macht für mich
macht’s, denn Macht ist geil.
Her mit all der Macht,
die mein Geld erkauft!
Macht macht mich so sinnlich,
törnt mich mächtig an,
macht mich attraktiv.
Mammon, Macht und Miezen:
Triple M fürs Ego,
die Dreifaltigkeit.
Gott, was bin ich machtvoll!



Affen im Onsen
1. Dezember 2017, 08:15
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Drei Affen brav im Onsen sitzen,
im heißen Quellbad sich erhitzen.
Und ringsherum ist all der Schnee
nicht weggeschmolzen, wie ich seh.

Der erste Affe hält die Ohren
sich zu. Er hat sich heut geschworen,
fortan nichts hören mehr zu wollen.
Selbst wenn ihm andre Affen grollen.

Der zweite Affe deckt sein Maul
mit beiden Händen zu, denn faul
ist er, und nichts will er mehr sagen.
Ich stell ihm besser keine Fragen.

Der dritte Affe will nichts sehen,
mit seinen Augen nichts verstehen.
Er schließt sie deshalb und legt sich
die Hände drauf. Absonderlich

sind diese Drei, und ich vermiss
den vierten Affen, der gewiss
nichts Böses täte und wohl bloß
die Hände faltete im Schoß.

Drei Affen

 



Ah und Oh
22. November 2017, 07:50
Filed under: Liebe | Schlagwörter:

Es ist der Tanz,
der’s macht,
und die Rasanz,
die lacht.

Es ist die Nacht,
die’s bringt,
die unbedacht
gelingt.

Es ist am Tag
danach,
als ich mir sag:
Gemach!

Es ist der Tag
darauf,
wo ich mir sag:
Pass auf!

Es ist noch nicht
zu spät.
Verstand jetzt spricht.
Sie geht.