Günter Langenbergs Lyrikscheune


Keine Scheune wie jede andere
29. Mai 2017, 08:50
Filed under: Scheune | Schlagwörter:

Diese Scheune bietet allen,
die an Komischem Gefallen
finden, Poesie zum Grinsen
sowie Weisheit voller Binsen.

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Paul das Maul
29. Mai 2017, 08:45
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Den Riesenmaulhai nenn ich Paul,
weil Paul das Maul mir gut gefällt
und dieser Hai mit seinem Maul
sich strikt an meine Regel hält.

Und die besagt, dass Futter ist,
was vorher noch gelebt hat. Krill
heißt das, was Paul beständig frisst.
In meinem Fall ist’s Fleisch vom Grill.



Eine Richtigstellung
24. Mai 2017, 18:50
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Mein Hamster bohnert nicht. Mein Schwein
hat keineswegs gelernt zu pfeifen.
Mei’m Muli fällt mitnichten ein
zu priemen. Kautabak in Streifen –
und auch in andrer Form – ist ihm
zuwider. Pfui ist jeder Priem.

Doch eines, was ich häufig hör,
ist richtig: Ja, mein Frosch hat Locken.
Er geht damit nicht zum Friseur,
denn der wär völlig von den Socken,
wenn er ihn säh so grün und glatt
und wo er seine Locken hat.



Das Gemälde
21. Mai 2017, 10:10
Filed under: Welt | Schlagwörter:

Er ist von einem Bild gebannt,
dem Bild, das er vor Augen hat.
Sechs Kühe sind an einem Strand
zu sehen und ein Feigenblatt,

das einen nackten Unterleib
bedeckt, der einer Frau gehört.
Sehr schön ist sie – ein Klasseweib.
Jedoch ihr Ausdruck wirkt verstört.

Was war dem Maler dabei wichtig?
Warum das grüne Feigenblatt
auf ihrer Scham, das folgerichtig
dort aufgeklebt sein muss? – Was hat

dem Maler wohl ihr Blick bedeutet?
Und was die Herde von sechs Kühen?
Hat sie vielleicht ein Mann erbeutet,
die Tiere und die Frau? – Bemühen

die Kühe sich um irgendwas?
Was fürchtet die verstörte Frau?
Er findet dieses Bild echt krass.
Allein das Meer ist ihm zu blau.

Auch wenn er keine Antwort findet
auf Fragen, die sich ihm hier stellen,
hält er sie nicht für unbegründet.
Vor Ort beginnt ein Hund zu bellen.



Ein Alien?
18. Mai 2017, 06:20
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Ein totes Monstrum wird an Land
geschwemmt. Und gleich wird allerhand
vermutet. Beispielsweise, dass
ein Ungeheuer – reichlich krass,
was den Kadaver anbelangt –
gestrandet sei. Manch einer bangt,
ein Alien sei hier verreckt,
und fragt sich, was dahintersteckt.

Die Wissenschaftler kümmern sich
um diesen Fund. Und unterm Strich
steht bald schon fest, dass der Kadaver
– trotz anderweitigem Palaver –
der eines Wales ist. Dem Wal
blieb sicher keine andre Wahl,
als vor der Küste zu verrecken.
Er wollte Menschen nicht erschrecken.



Ohne Uhr
15. Mai 2017, 13:00
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Seit Kurzem geh ich ohne Uhr
durchs Leben. Immer auf der Spur
der Zeit natürlich. Und ich weiß:
Selbst wenn in China ein Sack Reis
vom Himmel fallen sollte, bleibt
die Zeit nicht stehen, sondern treibt
ihr Spiel mit mir solang ich leb.
Drum ich auf Uhren nichts mehr geb.



Würmer
7. Mai 2017, 07:40
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

In seiner Vielzahl passt der Wurm
selbst komprimiert in keinen Turm.
Man ordnet ihn von A bis Z
dem Namen nach mit Etikett.
Von A wie Afterwurm bis hin
zu Z wie Zahnwurm. Ein Gewinn
ist dieses Wurmverzeichnis dann,
wenn man es gut benutzen kann.

Zum Beispiel, um ein Lehrbuch zu
verfassen, das in aller Ruh
die Welt der Würmer präsentiert
und auch den Lindwurm honoriert.
Der Regenwurm ist uns vertraut,
der Bandwurm uns den Darm versaut.
Ein jeder Wurm ist wohl gediehn.
Der Mensch lebt lieber ohne ihn.