Diese Scheune bietet allen,
die an Komischem Gefallen
finden, Poesie zum Grinsen
sowie Weisheit voller Binsen.

Heut‘ bau ich mir eine Scheune
(ganz aus Holz, mit Satteldach),
die ich meterhoch umzäune.
Frage: Seh ich, was ich mach?
Morgen pack ich erstmal neune
und dann mehr als 33
Werke in die neue Scheune.
Was ich schaffen will, das weiß ich.
Übermorgen fällt der Zaun,
weil er überflüssig ist.
Schließlich muss ich mich was traun,
sonst wird Mut bei mir vermisst.
Letztlich steht die Scheune offen
für ein breites Publikum.
Sollte ich mir mehr erhoffen?
Nein. Das ist das Maximum.
Der Winter, streng und launisch auch,
den schneegefüllten Wolkenbauch
als graues Wetter, kaltes Tief
im Anzug, stimmt mich exzessiv.
Ich hol ihn raus, den Anorak,
und zieh ihn an. Die Mütze pack
ich auf den Kopf und um den Hals
den warmen Schal. Und keinesfalls
vergess den Rucksack ich mit Not-
versorgung (Bier und Käsebrot).
Die winterfesten Schuhe an
den Füßen und die Handschuh‘ dann
in Position, wag ich mich raus
ins Flockentreiben, geh ums Haus
und in den tiefen Winterwald.
Der liegt im Schlaf, ist ja schon alt.
Die hohen Tannen sind beladen
mit nassem Schnee und Barrikaden
aus Bruchholz zwingen mich, den Pfad
mir neu zu suchen. Resultat
ist, dass ich mich im Wald verlaufe.
Als ich bereits die Haar‘ mir raufe,
erreiche ich ein Försterhäuschen.
Ich denk mir: Hier machst du ein Päuschen!
Gedacht, getan! Da geht die Tür
nach außen auf. Es tritt hervür
der Wolf, den Förster quer im Maul …
Halt, stopp! Hier wird das Märchen faul.
Zurück bei mir zuhaus ist es
bereits ganz dunkel. Die Tristesse
des Winters hat mir Lust gemacht
auf Bier und Käsebrot. – Wer lacht?
Ein Wintertag, mehr grau als weiß,
die Sonne hinter Wolkendichte.
Lang ausgestreckt, doch quer zum Gleis,
ein Mann mit trauriger Geschichte.
Es naht ein Zug in schneller Fahrt,
doch auf der parallelen Trasse,
und saust vorbei. Die Eigenart
des Überlebens, dieses krasse,
bewusste Unglücksglück lässt ihn,
den Mann, der eben noch den Tod
beschwor, vom Ort des Zweifelns fliehn.
Der Tag gönnt sich ein Abendrot.
Nicht nur, dass sie Hirsche heißen
und mir auf die Wiese scheißen.
Nicht nur, dass sie Pflanzen beißen,
Äste von den Bäumen reißen,
keine Zäune akzeptieren,
meinen Garten ruinieren,
vor der Nas‘ mir rumspazieren
und sich maßlos inszenieren.
Täten sie mich noch so plagen,
könnt‘ ich sie auch nie verjagen,
alles würd‘ ich wohl ertragen,
wär da nicht dies Unbehagen.
Nicht nur, dass sie Hirsche sind
und als solche blitzgeschwind.
Nicht nur, dass ihr Tag beginnt
noch bei Nacht. Sie sind nicht blind.
Nein, sie grinsen dazu fies,
voller Häme. Überdies
sagt ihr schräger Blick präzis:
DU kommst NICHT ins Paradies!
Bei Fred zuhause saß
ein grüner Frosch im Glas.
Der starrte unverwandt
auf einen Gegenstand.
Und wenn er mal nicht starrte,
im Glas nicht still verharrte,
er tote Fliegen fraß.
Die warf ihm Fred ins Glas.
Zuerst war er noch klein,
der gute Frosch. Allein
durch all den fetten Fraß
er bald schon nicht mehr saß.
Fatales Ungeschick!
Er wurde groß und dick
und notgedrungen stand
er dann im Glas und fand,
weil er das Glas ganz füllte
und es ihn eng umhüllte,
dass dies kein Leben sei,
vielmehr Tierquälerei.
Er klagte Fred sein Leid.
So hoch sei er wie breit
und wolle aus dem Glas
gern raus. Das sei kein Spaß.
Doch Fred verstand ihn nicht.
Er mochte Schwergewicht
bei Fröschen, lobte ihn
als Nouvelle-Cuisine-
geeignet und beließ
im Glas den Frosch. Und wie‘s
letztendlich ihm erging,
verdrängt der Dichterling.
Als des Winters weiße Pracht
ihm im Park entgegenlacht,
bückt er sich nach großen Ästen,
um als Sammler sich zu testen.
Da sie schon vom Baum gefallen,
demnach abgebrochen sind,
lockt es ihn, sie sich zu krallen.
Sein Vergnügen so beginnt.
Neben ihm die grüne Tonne,
über ihm die Wintersonne,
bricht er Ast um Ast in Stücke.
Mancher zeigt sich voller Tücke,
gibt sich anfangs resistent.
Doch er macht sie alle klein,
schimpft ein paar Mal „Sackzement!“,
wirft sie in die Tonne rein.
Endlich ist dieselbe voll,
bestens auch erfüllt sein Soll.
Astholz, das zu Boden stürzt,
ihm das fade Leben würzt.
Ein Reh stapft durch den tiefen Schnee
und hinterdrein ein zweites Reh.
Sie haben beide die Idee
zu äsen, doch, wie ich‘s versteh,
gibt‘s kein Gewächs hier unterm Schnee.
Schon stapft herbei ein drittes Reh.
Auch dieses hat die Fixidee,
es fänd im Schnee ein Rehbuffet.
Ich ruf: Ihr seid hier j.w.d.
Hier hat’s kein Blatt und keinen Klee.
Lauft Richtung Dorf zum Atelier!
Die Futterkrippe dort am See
enthält zwar keinen Chicorée,
doch gutes Heu. – Ojemine!,
schreit da der Hungerblick vom Reh.
Hab mal in der Heil’gen Nacht
eine Schneeballschlacht gemacht.
Else warf mir neunundsechzig
Bälle an den Kopf. – „Das rächt sich!“,
zischte ich und schlug sie mit
dreiundsiebzig Bällen. – „Quitt!“,
brüllte Else. – „Was ‘ne schöne
Weihnacht, Willi! – Haste Töne?!“
Später unterm Weihnachtsbaum
gab’s kein Schmollen. Zeit und Raum
waren schnuppe, denn ihr Willi
schenkte ihr den dicksten Brilli.
Bin oft müde. Insofern
trink ich starken Kaffee gern.
Dass ich ihn entsorgen muss,
wird mir deshalb zum Verdruss,
weil der Kaffee ab und an
plötzlich nicht mehr warten kann.
Besser, als aus steilen Winkeln
ihn in Eile abzupinkeln,
wär, dem Kaffee zu erlauben,
in der Blase zu verstauben.
Staubgerechte Blasenleerung
führte zur Systembewährung.
Ist es draußen kalt und nass,
bleib zuhaus ich und mach das,
was ich eh am liebsten tu:
essen, trinken, Augen zu.
Heut jedoch komm ich auf Sachen,
will ‘nen Käseigel machen:
Kohlkopf wunderschön halbieren
und mit Stanniol kaschieren.
Schweizer Käse rasch entkleiden
und in kleine Würfel schneiden.
Picker durch die Würfel stechen,
mir davon Erfolg versprechen,
Käsepicker dann behänd
(wie man’s aus dem Fernsehn kennt)
Stück für Stück durchs Stanniol
piken. Und schon sieht der Kohl
aus, als hätt‘ er lauter Stacheln.
(Leider reimt sich hier nur Kacheln.)
Fertig ist der Käseigel
und ich halt ihn vor den Spiegel.
Ja, er ist total authentisch,
mit den Igeln fast identisch,
die ich in den siebz’ger Jahren
(damals noch mit langen Haaren)
für Matratzenpartys machte,
Feten, wo es nur so krachte.
Käseigel, prima Ding!
Fühl mich wie der Käse-King …