Günter Langenbergs Lyrikscheune


Keine Scheune wie jede andere
11. Dezember 2014, 18:03
Filed under: Scheune | Schlagwörter:

Diese Scheune bietet allen,
die an Komischem Gefallen
finden, Poesie zum Grinsen
sowie Weisheit voller Binsen.

schuppen1



Ein ernstes Gespräch unter Bären
11. Dezember 2014, 18:00
Filed under: Welt | Schlagwörter:

“Die Welt ist schlecht”, sagt sie.
“Jawoll”, sagt er. “Ich zieh”,
sagt sie, “hier weg. Ich flieh
ins Land der Fantasie.”

“Warum?”, fragt er. “Als Bär
bist du nicht populär.
In keinem Lande wär
zu dir als Bär man fair.”

“Na, gut”, sagt sie, “dann möcht
ich bleiben.” – “Wohl zurecht”,
sagt er. “Die Welt ist schlecht.”
“Jawoll”, sagt sie geschwächt.



Im Café
5. Dezember 2014, 16:20
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Was ich erlebe, schreibe ich
auf Zettel. Es belustigt mich.

Mein schlaues Kapuzineräffchen
begleitet ins Café mich heute.
Das Tier bekommt sein eig’nes Käffchen.
Da staunen all die guten Leute,
die dort genüsslich Kaffee trinken
und Kuchen essen, gar nicht schlecht.

Das Äffchen hat zu seiner Linken
ein Vollweib, welches regelrecht
in Sahnetörtchen schwelgt und viel
zu krass geschminkt ist. “Unerhört!”,
empört die Frau sich – Mienenspiel
auf Äffchenhass. Ein Wurf zerstört

ihr fettes Make-up, denn mein Äffchen
bedenkt mit Sahne sie vom Käffchen.



Winterfest
3. Dezember 2014, 05:00
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Verschneite Landschaft, zugefroren
der See, das Schilf im Eis erstarrt.
Klar hat die Kälte sich verschworen
mit der Natur, die still verharrt
und diesem Winter hörig scheint,
weil sie aus Wetter sich nichts macht.
Ein grüner Baumfrosch quakt und greint
aufgrund der frostig-weißen Pracht.

Ihn hat’s – obgleich ‘All-Wetter-Frosch’ -
eiskalt erwischt. Sein ganzer Leib
ist überfroren. Doch erlosch
bisher wohl nicht sein Trieb. “Ein Weib
muss her!”, quakt er und macht sich warme
Gedanken. Kopfbildabenteuer
nennt das der Frosch und quakt: “Erbarme
dich, Winter! Sei kein Ungeheuer!”



Cherchez la femme
29. November 2014, 11:26
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Der Flughund aus dem Kongo
entkam daheim dem Tode.
Dort ist es noch “in Mode”
(zum Beispiel bei den Mongo),

solch’ Tierzeugs zu verzehren.
Dem Tode knapp entkommen,
hat er sich vorgenommen,
nie mehr zurückzukehren.

Der Flughund (ausnahmsweise
nicht Ebola-befallen)
flog schnurstracks nach St. Gallen.
Dort endete die Reise.

Im Turm der Kathedrale
ist er seither zuhause.
Tagsüber macht er Pause,
kennt nur die Vertikale.

Kopf unten hängt er immer.
Doch nachts ist er aktiv
und sehr auf dem Quivive.
Da sucht er Frauenzimmer,

will sagen: Flughündinnen,
die in der Schweiz nicht an-
zutreffen sind. Ich kann
des Flughunds ganzes Sinnen

und Trachten gut verstehen.
Kein Hund ist gern alleine.
Du weißt schon, was ich meine.
Ein Hund würd’ nichts verschmähen …



Sprachmüll
22. November 2014, 09:20
Filed under: Welt | Schlagwörter:

Sprachlich sind wir viel gewöhnt.
Seufz! – Doch ist es nicht verpönt,
seine Meinung zu verfassen
und den Unmut abzulassen.
Muss denn jedes blöde Wort
übernommen werden? – Fort
mit dem ganzen Angloschmand!
Anglizismen in den Sand!

Mainstream-Fucker beispielsweise
ist ein Wort, wo ich entgleise.
Wer benutzt bloß solch ein Wort?
Es ist nicht dem Breitensport
zuzuordnen, nicht der heißen
Rotlichtszene. Also reißen
wir das Wort kaputt und drücken
die vier Silben in vier Stücken

in die Tonne …



Augenblicke
16. November 2014, 12:15
Filed under: Liebe | Schlagwörter:

Schöne grüne Augen.
Hübsches blaues Haar.
Nasenpiercings taugen
unbedingt. Die Bar

strahlt ihr Bargirl an
mit gedämpftem Licht.
Das entzückt den Mann
an der Bar. Er bricht

nicht sein Schweigen, doch
lächelt er und trinkt
noch zwei Whisky. Poch
leise, Herz! Es winkt

heut’ das Glück dem Bar-
sternchen mit den schönen
Augen. Wunderbar!
Blicke, die verwöhnen.




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