Günter Langenbergs Lyrikscheune


Keine Scheune wie jede andere
18. April 2014, 17:45
Einsortiert unter: Scheune | Schlagwörter:

Diese Scheune bietet allen,
die an Komischem Gefallen
finden, Poesie zum Grinsen
sowie Weisheit voller Binsen.

schuppen1



Der Schwätzer
18. April 2014, 17:40
Einsortiert unter: Leben | Schlagwörter:

Der Dackel heißt nicht Waldemar
und ist auch gar kein Hund.
Dies wurde mir und andren klar.
Ich geb’ es hiermit kund.

Er steht vor ei’m als hohes Tier
und will auch so erscheinen.
An Beinen hat er keine vier.
Auch drei muss ich verneinen.

Er hat vielmehr nur Stücker zwei;
zwei ziemlich krumme Haxen.
Mir scheint, er liebt die Schwätzerei
und mag skurrile Faxen.

Der Dackel heißt nicht Waldemar,
ist – wie gesagt – kein Hund,
zwar meistens unberechenbar,
doch stets im Vordergrund.

Man denkt an die Europawahl
und schickt ihn gleich nach Brüssel.
Dort wirkt er international -
trotz Rissen in der Schüssel.



Zu viel ist zu viel
13. April 2014, 18:20
Einsortiert unter: Leben | Schlagwörter:

Er trank zu viel des Blutes,
der Floh, tat sich nichts Gutes
damit und spie es aus,
das Blut, ins Fell der Maus.

Er soff mit seinem Maul
zu viel, der junge Gaul,
und kotzte in den Stall.
Es kam ein Wasserschwall.

Er kippte Schnaps um Schnaps
- den neuen Brand aus Raps.
Weil er’s nicht besser wusste,
er furchtbar reihern musste.

Sie schluckte Sekt aus Flöten,
um ihren Frust zu töten.
Das sollte sich bald rächen.
Sie musste sich erbrechen.

Zu viel war immer schon
zu viel. Doch die Option
hat sich bewährt im Leben,
willst du dich übergeben …



Die Murmel
12. April 2014, 09:40
Einsortiert unter: Welt | Schlagwörter:

Zum Glück ist’s so, dass jeder weiß:
Es gibt die Murmel auf dem Eis.
Das Eis ist weiß, die Murmel bunt.
Das Eis ist dünn, die Murmel rund.

Man sieht die runde, bunte Murmel
in all dem eisig-weißen Kurmel
nicht wirklich gut. Doch wer sie sucht
und ordentlich das Eis verflucht,

der schafft’s vielleicht vor seinem Ende,
dass er im weiten Eisgelände
die Murmel findet. Schafft er’s nicht,
weil unter ihm das Eis zerbricht,

dann hat er wirklich Pech gehabt,
ist ins Verderben reingetappt
beim Suchen nach dem runden Glück,
dem hochbegehrten Murmelstück.

Entscheidend ist: Fast jeder weiß,
dass es nur selten trägt, das Eis.
Drum schenkt die Murmelsuche sich
fast jedermann geflissentlich.



Reif für die Erbse
8. April 2014, 20:15
Einsortiert unter: Reisen | Schlagwörter:

Urlaub auf den Erbsen-
inseln wünsch ich mir.
Eine nur von dreien
schau ich an mit dir.
Und die Ostsee spricht:
Dänen lügen nicht.

Nur rund 100 Menschen
auf den Erbsen leben.
Viele tausend Vögel
dort nach Brutglück streben,
wo die Ostsee spricht:
Dänen lügen nicht.

Auf den Erbsen gibt es
weder Hund noch Katz’
und auch keine Autos.
Gut ist das, mein Schatz!
Und die Ostsee spricht:
Dänen lügen nicht.

Einen Gasthof finden
wir auf unsrer Insel,
der “Zur Erbse” heißt.
Und es malt der Pinsel,
was die Ostsee spricht:
Dänen lügen nicht.

Urlaub auf der Erbse.
Ja, das machen wir.
Helles Licht vom Leuchtturm
zeigt mich dir als Tier …
Und die Ostsee spricht:
Dänen lügen … manchmal.



Der Mischling
8. April 2014, 05:00
Einsortiert unter: Tiere | Schlagwörter:

Mama ist ein Schaf,
Papa eine Ziege,
äh, ein Ziegenbock.

Und das Jungtier, brav,
nennt im Zoo man Schiege.
Es gefällt ad hoc.



Entenzeitstimmung
5. April 2014, 12:10
Einsortiert unter: Tiere | Schlagwörter:

Auf dem Dorfteich dümpelt eine
Plastikente an der Leine,
die ein Kind in Händen hält,
was als Bild mir gut gefällt.

Plötzlich nähert mit Geschnatter
sich ein Enterich. Was hat er
vor?, frag ich mich. Lusterfüllt
fliegt der Bursche mir ins Bild

und versucht mit Leibeskraft,
dass er’s auf die Ente schafft.
Als er hinten drüberrutscht,
sie mit Schub nach vorne flutscht.

Erst empört, dann ärgerlich,
dass die blöde Ente sich
nicht mit ihm vergnügen will,
wird der Enterich ganz schrill,

attackiert die Plastikente
aus der Luft. Die vehemente
Szene schreckt das Kind. Es lässt
prompt die Leine los. Gestresst

schnäbelt jetzt der Enterich
an der Ente rum, was mich
echt zum Lachen bringt. Und dann
gibt er auf und ist ganz Mann.

In der Eitelkeit gekränkt,
er noch schnell die Kehle tränkt,
um alsbald davonzufliegen.
Ich muss mich vor Lachen biegen.

Entenzeit hat Qualität,
weil in Stimmung man gerät
und ein gutes Karma spürt,
wenn man Enten observiert.




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