Günter Langenbergs Lyrikscheune


Keine Scheune wie jede andere
22. November 2014, 09:35
Filed under: Scheune | Schlagwörter:

Diese Scheune bietet allen,
die an Komischem Gefallen
finden, Poesie zum Grinsen
sowie Weisheit voller Binsen.

schuppen1



Sprachmüll
22. November 2014, 09:20
Filed under: Welt | Schlagwörter:

Sprachlich sind wir viel gewöhnt.
Seufz! – Doch ist es nicht verpönt,
seine Meinung zu verfassen
und den Unmut abzulassen.
Muss denn jedes blöde Wort
übernommen werden? – Fort
mit dem ganzen Angloschmand!
Anglizismen in den Sand!

Mainstream-Fucker beispielsweise
ist ein Wort, wo ich entgleise.
Wer benutzt bloß solch ein Wort?
Es ist nicht dem Breitensport
zuzuordnen, nicht der heißen
Rotlichtszene. Also reißen
wir das Wort kaputt und drücken
die vier Silben in vier Stücken

in die Tonne …



Augenblicke
16. November 2014, 12:15
Filed under: Liebe | Schlagwörter:

Schöne grüne Augen.
Hübsches blaues Haar.
Nasenpiercings taugen
unbedingt. Die Bar

strahlt ihr Bargirl an
mit gedämpftem Licht.
Das entzückt den Mann
an der Bar. Er bricht

nicht sein Schweigen, doch
lächelt er und trinkt
noch zwei Whisky. Poch
leise, Herz! Es winkt

heut’ das Glück dem Bar-
sternchen mit den schönen
Augen. Wunderbar!
Blicke, die verwöhnen.



Suppe auf Balkonien
26. Oktober 2014, 10:00
Filed under: Ernährung | Schlagwörter:

Ich seh den Stern. Er ist mir schnuppe.
Schnurzpiepegal, wie manche sagen.
Ich löffle meine Linsensuppe
und stelle dabei keine Fragen.

Soll er doch bleiben, wo er ist,
der Stern. Von meiner Fingerkuppe
lutsch ich ne Linse. Spezialist
für Suppiges am Werk. Entpuppe

mich grad als Dosensuppenkenner.
Vermutlich fällt der Stern als Schnuppe
vom Himmel. Das ist was für Penner.
Balkonien wird kühl. Die Puppe,

die unten an der Kreuzung steht,
scheint leicht zu frieren. Eine Gruppe
von Männern testet, was noch geht
mit ihr. Echt gut, die Linsensuppe!



Der Rutsch
24. Oktober 2014, 16:20
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Bananenschalen sind
ganz deutlich rutschiger
als andres Obst. Wer blind
auf so ‘ne Schale – quer,
ja, mitten auf dem Weg
gelegen – tritt, dem flutscht
der Fuß weg. Ach, wie schräg!
Wie man da höllisch rutscht!

Bananenschalen sind
gefährlich für Passanten,
die harmlos und geschwind
mit ihren großen Quanten
auf Bürgersteigen gehen,
doch auf den Weg nicht schauen,
die Schalen drum nicht sehen.
Den Tag sie sich versauen.

Sie rutschen aus und fallen
meist rücklings – Blick zum Himmel.
Auf ihren Steiß sie knallen.
Im Kopf entsteht Gebimmel.
Schnell rappeln sie sich auf
und tun, als ob nichts sei.
Bananenschalen: Lauf
der Dinge! Tand’radei!



Landleben
19. Oktober 2014, 12:30
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Zur Erntezeit zeigt sich der Reis
hübsch gelb, sodass der Bauer weiß:
Jetzt schick ich meine Frau ins Feld.
Sie wird zur Ernte abgestellt.

Mit einer scharfen Sichel schneidet
sie Halm um Halm. Ihr Rücken leidet.
Die Garben bindet sie mit Stroh.
Sie sieht die Rispen und ist froh,

weil diese viele Körner tragen.
Im Reisfeld muss sie hart sich plagen,
doch weiß der Bauer, was er an
ihr hat und so erwarten kann.

Am Abend ist das Reisfeld ab-
geerntet und die Bäu’rin schlapp.
Schon früh begibt sie sich zur Ruh’.
Der Bauer schleicht zum Rendezvous …



Der Speisefisch
1. Oktober 2014, 05:20
Filed under: Ernährung | Schlagwörter:

In der Ostsee heißt er Dorsch,
in der Nordsee Kabeljau.
Lecker ist der Fisch. Und forsch
fangen ihn die Fischer, schlau

und gekonnt in beiden Meeren,
denn sein Fleisch, das weißlich zarte,
ist beliebt. Und sie vermehren
ihren Fang. Und blond behaarte

Marktfrau’n, die behände ihn
zubereiten, die den Fisch
dann den Fischmarktkunden “clean”
offerieren, die ihn tisch-

fertig anrichten, befinden,
dass der Dorsch – der Kabeljau -
ideal sei für den “blinden
Fischgeschmack” und eine Schau

weißen Fleisches. Wer bekäme
da nicht heißen Appetit?
Köstlich wär’, was ich mir nähme,
und ich speiste exquisit.




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