Günter Langenbergs Lyrikscheune


Keine Scheune wie jede andere
16. September 2014, 20:05
Filed under: Scheune | Schlagwörter:

Diese Scheune bietet allen,
die an Komischem Gefallen
finden, Poesie zum Grinsen
sowie Weisheit voller Binsen.

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Frischfisch
16. September 2014, 20:00
Filed under: Ernährung | Schlagwörter:

Die Felchen aus dem Bodensee,
die gibt es täglich frisch.
Ich morgens auf dem Markt sie seh’
und mittags auf dem Tisch.

Geräuchert gibt’s die Felchen auch,
denn rauchzart sind sie was
ganz Feines. Und als guter Brauch
der Küche kommt zupass,

dass Haut und Flossen man entfernt,
denn diese sind nicht lecker.
Ich hab‘ das Kochen nicht gelernt
und hör‘ mir das Gemecker

von manchen Felchenspezialisten
rund um den Bodensee
wohl an. Doch Haute-Cuisine-Puristen
seh’ ich gern j. w. d.



Mola Mola
14. September 2014, 10:54
Filed under: Tiere | Schlagwörter:

Der Mondfisch Mola Mola schwimmt
als tonnenschwerer Knochenfisch
in irdischen Gewässern, nimmt
beständig zu, doch schwärmerisch

wird er in keiner Weise, denn
am liebsten schwimmt er ganz allein.
Im Meer ist er ein Gentleman.
Als Mondfisch darf er’s dort auch sein.

Vor Kurzem meinte jemand laut,
der Mola Mola sei vom Mond.
Da habe ich den angeschaut
und wortreich mit Gespött belohnt.



Die Datenwelt
8. September 2014, 19:50
Filed under: Welt | Schlagwörter:

Das Internet ist heut’ noch nett.
Es weiß so vieles, ist Parkett
für alles. Doch vielleicht schon morgen
erscheint’s uns nicht mehr cool. Mit Sorgen
begreifen wir, dass uns Konzerne
des Datenwissens in interne
Bereiche folgen. Kameras
von kleinster Größe uns mit Maß
für Delikates permanent
verfolgen. Wir sind transparent.

Mit unsren Fotos in der Cloud
(Provider X wird noch vertraut)
und unsrer Meinung stolz im Blog
(den schreibt heut’ selbst der Underdog),
mit Infos und Humor in den
sozialen Medien versteh’n
wir eines nur: uns nackt zu machen.
Man weiß von uns intimste Sachen.
Und die Konzerne nutzen diese.
Profit durch unsere Betise !!

Das alles ist der Anfang erst.
Wie fühlst du dich, wenn du erfährst,
dass dich die Matrix überwacht,
Computer dich bei Tag und Nacht
bei jeder Handlung kontrollieren?
Die Roboter, die dir servieren,
sind klüger, wissender als du.
Fast lächerlich ist dein IQ.
Geheimnisse wird’s nicht mehr geben.
Du fragst dich: Lohnt sich solch ein Leben?



Schokospass
7. September 2014, 07:30
Filed under: Ernährung | Schlagwörter:

Himmlisch muht die lila Kuh.
Sie hat ihren Spaß dabei.
Spaß hat auch das Huhn. Im Nu
legt’s ein Schokoladenei.

Und der Hase wickelt das
Ei in Folie. Schön bunt!
Schoßhund Maxi findet’s krass,
leckt sich seine Lefzen wund.

Himmlisch muht die lila Kuh
auf dem Schokoriegel, und
Stück für Stück kommt Spaß dazu.
Bräunlich lacht der Kindermund.



Hurenrechte
5. September 2014, 20:10
Filed under: Leben | Schlagwörter:

Es blicken stumm auf ihre Uhren
Die Huren.
Sie werfen ihre Freier raus -
Applaus! -
Und ziehen sich was Flottes an,
Woran
Man sieht, dass es wohl wichtig ist.
Vermisst
Wird letztlich von den Huren keine -
Nicht eine! -
Als in der Oberstadt sich alle
Mit Galle
Im Kopf zu einer Demo treffen.
Es kläffen
Die Hunde. Und die starken Männer,
Die Penner
Und alle City-Musikanten,
Garanten
Soliden Entertainments, schweigen,
Verneigen
Sich vor der “Hundertschaft” der Huren.
Amouren
Sind aus dem Sinn. Prostituierte -
Versierte
Und weniger begabte – gehen
Und stehen
Für ihre guten Rechte ein.
Allein,
Doch immerhin als große Gruppe.
Die Kuppe
Des Mittelfingers – ausgestreckt,
Direkt
Und unanständig schokoladen-
Beladen -
Zum grauen Frühlingshimmel weist.
Hübsch dreist!
Die Huren fordern ihre Rechte,
Als brächte
Es viel, sie Dienstleister zu nennen.
Verbrennen
Will sie zum Glück heut’ niemand mehr.
Verkehr
Mit Huren ist in Stadt und Kral
Legal.



Der Tod der Esche
2. September 2014, 20:40
Filed under: Pflanzen | Schlagwörter:

Es drohen Käfer einzuwandern.
Die Invasion wär für die Eschen
der sich’re Tod. Auch allem andern
Gehölz – ja, selbst den reichlich feschen
Kastanienbäumen – zittern heftig
die Äste, wenn sie daran denken.
Nicht eine Esche wär so kräftig,
um diese Käfer zu beschränken.

Die Prachtkäfer aus Japan stehen
in Rede hier. Sie sind adrett
und schmuck, urwüchsig anzusehen.
Ihr Panzer glänzt schon fast kokett
– smaragdgrün wie er ist – im Licht.
Sie würden nur die Eschen fressen,
und diese überlebten’s nicht.
Die Esche wär dann bald vergessen.




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