Diese Scheune bietet allen,
die an Komischem Gefallen
finden, Poesie zum Grinsen
sowie Weisheit voller Binsen.

Frisch, fromm, fröhlich, frank und frei
legt die Henne heut’ ein Ei.
Gestern wollte sie’s nicht legen,
weil die liebe Sonne schien.
Fröhlich ist sie nur bei Regen-
wetter. – Wohl ein Hühner-Spleen!
Der Wald versteckt sich hinter Bäumen.
Es lässt sich gut im Walde träumen,
weil ei’m die Bäume Schutz gewähren,
zum Beispiel vor den blauen Beeren
und vor den Pilzen, die im Schatten
der Farne wachsen. Wurzelratten
und schwarze Vögel kennt der Wald
und auch so manche Schreckgestalt,
die gern an schönen Träumen sägt,
was man als Träumer schlecht erträgt.
Da sich der Wald geschickt versteckt,
wird niemand ernsthaft dort entdeckt.
Das Sonnenlicht spielt keine Rolle
und Sternenlicht wird von Frau Holle
gefiltert. Somit scheint es milde.
Als Träumer ist man nicht im Bilde,
was außerhalb des Waldes läuft,
sich an Problemen weltweit häuft.
Man horcht nur still in sich hinein
und will mit sich alleine sein.
So ruht der Wald und ruht der Träumer,
bis eines Tags der Waldtraumräumer
erscheint und alle Bäume fällt,
dass folglich sich kein Wald mehr hält.
Dies weckt den Träumer unsanft auf
und ändert seinen Lebenslauf.
Er sucht den Schutz der Flusstalbrücken.
Dort kann der Fluss ihn tief beglücken.
Am Abend kommt das Gnu.
Es läßt mir keine Ruh’
und möchte mir partout
was sagen. Immerzu
verfolgt’s mich mit Getu.
“Was soll das, du Filou?”,
sag’ ich genervt zum Gnu.
Es kneift ein Auge zu
und flüstert: “Entre nous:
Ich geb’ ein Interview,
und zwar dem Marabu.
Er hat bereits die Kuh,
das große Känguru
und auch den Kakadu
befragt.” – Ich staun’: “Nanu!
Erfüllst du den IQ?”
“Auf jeden Fall. Tabu
ist nichts beim Interview”,
versichert mir das Gnu.
“Es geht um mein Tattoo.
Das sei für ihn der Clou,
verriet der Marabu.”
Ich rufe: “So ein Schmu!
Das ist geradezu
Verarschung, liebes Gnu.
Du hast da kein Tattoo,
vielmehr ein Brandzeichen …”
Blüten jeder Form,
jeder Farbenpracht
sind per se enorm.
Eine wird belacht:
Der Fünf-Euro-Schein
ist die schönste Blüte,
doch als Schein zu klein.
Ach, du meine Güte!
Wer braucht heutzutage
falsche Fünfer? – Eine
ernst gemeinte Frage!
Pfiffi von der Leine
Weiß der Geier, wie er’s machte,
dass er ihre Leiche fraß
binnen Stunden. Fresstrieb brachte
ihn an Ort und Stelle. Aas
ist des Geiers Regelnahrung.
Instinktiv tut er das Rechte,
weiß von keiner Offenbarung,
die ihm sagt, was gute, schlechte
Beute ist. Für einen Geier
gibt es keinen Unterschied
zwischen Mensch und Tier. Als freier
Greifvogel mit Appetit
macht der Geier, was er will.
Traurig, dass die gute Frau
in den Bergen – ihrem Thrill -
kam zu Tode. Doch genau
dafür kann der Geier nichts.
Leichenfraß war hier sein Ding.
Und er fraß sie angesichts
dessen dann so schnell wie’s ging.
Heut’ hat’s krass gekracht.
Fahrradfahrer rammte
Fußgänger. – Verdammte
Hacke! – Nicht sehr sacht
fuhr er in ihn rein
auf dem Bürgersteig.
Kleiner Fingerzeig:
Beide waren stein-
dumm, weil alle beide
nur aufs Smartphone schauten
und den Unfall bauten.
Zombies! – Man vermeide
sie, wo’s eben geht!
Schlimm, wenn man dem Fuß-
gänger weichen muss,
weil er anders dreht
mit dem Smartphone dicht
vor den Augen. – Schlimm
immer, wenn Benimm
nicht dem Soll entspricht.
Wenn sich Fahrradfahrer
“smartphonisch” bewegen,
darf man sich erregen,
denn ein absehbarer
Crash macht einem Wut.
Zombies im Verkehr,
unter uns. – Woher
nehmen die den Mut?
