Diese Scheune bietet allen,
die an Komischem Gefallen
finden, Poesie zum Grinsen
sowie Weisheit voller Binsen.

Heut‘ bau ich mir eine Scheune
(ganz aus Holz, mit Satteldach),
die ich meterhoch umzäune.
Frage: Seh ich, was ich mach?
Morgen pack ich erstmal neune
und dann mehr als 33
Werke in die neue Scheune.
Was ich schaffen will, das weiß ich.
Übermorgen fällt der Zaun,
weil er überflüssig ist.
Schließlich muss ich mich was traun,
sonst wird Mut bei mir vermisst.
Letztlich steht die Scheune offen
für ein breites Publikum.
Sollte ich mir mehr erhoffen?
Nein. Das ist das Maximum.
Mein Rattenbock, der kleine Ratz,
begriff und machte einen Satz.
Er ist – gewiss ganz ungezwungen –
von oben auf mich draufgesprungen.
Der Ratzie – so darf ich ihn nennen –
kam runter, um bei mir zu pennen.
Bevorzugt schnarcht der schlimme Mohr
mir skrupellos ins Segelohr.
Ich sagte Mohr, weil Ratzies Fell
so schwarz ist wie sein Naturell.
In dieser Nacht schlief ich nur flach.
Es pfiff der Ratz und ich war wach.
oder: Der Letzte Tag im Leben des amerikanischen Truthahns
Der Truthahn tat sich ziemlich schwer.
Er trutete mehr kreuz als quer,
lief lustlos auf dem Hof umher
und wollte keinerlei Verkehr.
Die Nachricht machte ihn ganz krank.
Man hatte ihm vom Erntedank,
von Thanksgiving, erzählt und auch
vom Truthahnstopf- und -bratenbrauch.
Gefasst rief er als Abschiedstrut,
Thanksgiving fänd‘ er gar nicht gut.
Sein letzter Trut war viel beachtet,
denn kurz darauf wurd‘ er geschlachtet.
Am 11.11. – 11 Uhr 11 -
begab der Taucher sich vom Schelf
der Küste in die Meerestiefe.
Ihm war’s, als ob er Geister riefe.
Ganz plötzlich wich die Dunkelheit
beglückend bunter Helligkeit.
Ein Karneval der Kreaturen,
die tanzend umeinander fuhren,
entspann sich aus des Tauchers Sicht
mit sonderbarem Leichtgewicht.
Am schönsten waren all die Nixen,
die kaum beschuppten Wasserschicksen.
Sie zogen ihn in ihren Bann
und spielten mit ihm – irgendwann
auch ohne Taucheranzug. Und
der Karneval lief für ihn rund.
Es war wohl das Niveau zu tief.
So mancher Tauchgang endet schief.
Doch gibt’s im Himmel – außer Geigen -
des Sonntags Meerjungfrauenreigen.
Und weg ist es, das kleine Reh,
entschlüpft wohl durch ein Loch im Zaun,
durch Maschendraht. Soweit ich seh,
ist dieses Rehlein abgehaun.
Ich bin nicht sicher, wo es seine
gefühlte Freiheit letztlich findet,
vermute, dass es jetzt alleine
herumirrt und es kaum verwindet,
nicht länger auf der Entenseite
des Zauns die gute Zeit verbringen
zu können. – „Nur um Haaresbreite
die tollsten Sachen oft gelingen“,
die Tigerente grinsend schnattert.
Ist sie der Grund?, frag ich mich nun.
Das kleine Reh schien so verdattert.
Vielleicht war Flucht da opportun …
Springspinne, Springspinne, spinne – spinne!
Springspinne, Springspinne, springe – springe!
Mach dir mal keine Gedanken darüber!
Spring einfach über den eigenen Schatten!
Spinnen von deinem Gewicht und Kaliber,
deinem bewussten Jelängerjelieber,
lassen sich auch mal von Gatten begatten,
die sie in früheren Netzwerken hatten.
Springspinne, Springspinne, spinne – spinne!
Springspinne, Springspinne, springe – springe!
Waldwanderwege: Wir wollen sie wieder
nutzen, beschreiten, erfahren.
Zieht auch die Müdigkeit uns durch die Glieder,
nichts soll den Weg uns ersparen.
Schlechtes zum Bösen zu wenden ist viel
einfacher, denkt sich der Wand’rer,
als etwas Gutes – ein machbares Ziel –
fest zu verfolgen. Kein andrer
weiß das aus eig’ner Erfahrung so gut,
wie es die Waldläufer wissen.
Aus diesem Grund wir mit wachsendem Mut
schreiten voran – fast verbissen.
Waldwanderwege: Wir wollen sie wieder
nutzen, erfahren, beschreiten.
Hoch in den Bäumen gezwitscherte Lieder
uns zur Ermunt’rung begleiten.
Omnipräsenz – Allgegenwart –
Ubiquität, ums so zu sagen,
verkörpert unser Eberhard
zuhaus in Männersockenfragen.
In jedem Raum, in jeder Ecke,
auf allem, was ‘ne Fläche hat,
befinden sich – zu höh’rem Zwecke –
die Stinkesocken. Und anstatt
dieselben dann mal zu entsorgen,
der Sockenfrage Herr zu werden,
verschiebt er das Problem auf morgen.
Er zuckt nicht einmal bei Beschwerden.
Man fragt sich – sicher auch zurecht –,
welch höh’rer Zweck dem Eberhard
da wohl im Sinne ist. Bezecht,
wie dieser Freak in Gegenwart
von Zeugen seiner Zeit oft ist,
kann man sich keinen Reim drauf machen.
Er nennt sich Sockenfetischist
und bringt die Leute schier zum Lachen.
Er zeigt, wie er an Socken schnüffelt,
sich an Odeuren delektiert,
und wo die Socke lieblich müffelt.
Man fühlt sich etwas deplatziert.
Omnipräsenz – Allgegenwart –
Ubiquität, ums so zu sagen,
verkörpert unser Eberhard
zuhaus in Männersockenfragen.
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Ubiquität (Kurzfassung)
Omnipräsenz – Allgegenwart –
Ubiquität, ums so zu sagen,
verkörpert unser Eberhard
zuhaus in Männersockenfragen.
Auf Schritt und Tritt sieht man sie liegen,
die Eberhardschen Stinkesocken,
die jeden Wohlgeruch besiegen,
doch diesen Freak extrem verlocken.
(Gedicht mit Wörtern aus der Szenesprache)
Um Drölf sitz ich beim Konterbier.
Das muss heut einfach sein.
Ich hoffe hemmungslos, dass ihr
nichts fehlt und zieh‘s mir rein,
das Bier vom Fass, das ich so mag.
Nein, nicht das Fass. Das Bier.
Ich denk an diesem Sommertag
hier nur an sie. Die Gier –
und damit mein ich Fleischeslust –
spielt dabei keine Geige.
Ich nehm das nächste Bier zur Brust
und merke, dass ich schweige.
Apropos Brust: Ich finde sie,
die Traumfrau, deren Namen
mir selbst bei größter Phantasie
und viel Gedächtniskramen
nicht in Erinn’rung kommen will,
liebreizend einerseits,
doch andrerseits frag ich mich still,
worin er liegt, der Reiz.
Da hilft mir selbst das Konterbier
nicht eine Ampel weiter.
Das Münz-Mallorca im Revier
(kein Ort für Außenseiter,
vielmehr ein geiler Abflash-Schuppen)
ist der Betrieb, wo ich
sie gestern traf. Bis in die Puppen
vergnügt! – Mein Tatterich
von heut beweist, was Fruppies leisten.
Das überzeugt selbst mich.
Als ich sie fragte: Du, wie heißt’en?,
wurd’s mir absonderlich.
Dann riss der Film. Kein Egoboost
ist mir seither vergönnt.
Ich sag ihr mal: Wie du’s auch tust,
es wär was, das ich könnt …